Aktienrenditen sind so hoch wie seit Beginn der Finanzkrise nicht mehr

Boston Consulting Group veröffentlicht "Value Creators Report 2016”

Der globale Aktienmarkt scheint sich immer besser von den Auswirkungen der Finanzkrise zu erholen. Wie die Boston Consulting Group ermittelte, stiegen die Aktienrenditen der 2.000 führenden Unternehmen zwischen 2011 und 2015 um durchschnittlich 12 Prozent pro Jahr.

Börse (Bild: Oleksiy Mark - Thinkstock)
Anleger an den Aktienmärkten konnten sich in den vergangenen Jahren über hohe Renditen freuen. (Bild: Oleksiy Mark - Thinkstock)

Damit trotzten die Unternehmen sowohl der hohen Volatilität in den Märkten als auch der weiterhin schwächelnden Weltkonjunktur und erzielten die höchsten Aktienrenditen seit dem Beginn der globalen Finanzkrise. "Diese Entwicklung der Aktienrenditen ist ein historischer Rekord", kommentiert Frank Plaschke, Partner bei der Boston Consulting Group. "Angesichts der Turbulenzen an den Aktienmärkten und der zunehmenden weltwirtschaftlichen Unsicherheit entspricht das Ergebnis nicht den gängigen Erwartungen. Es zeigt vielmehr: Unternehmen, die nachhaltig gut wirtschaften, können auch in einem schwierigen Marktumfeld einen überdurchschnittlichen Wertzuwachs erzielen." 

Pharma- und Medienbranche können glänzen

Besonders hohe Aktienrenditen, die sich aus dem Dividendenertrag und dem Kursgewinn zusammensetzen, erzielten zwischen 2011 und 2015 Unternehmen aus den Vereinigten Staaten. Gleich sieben der zehn wachstumsstärksten Firmen mit einer Marktkapitalisierung von jeweils mindestens 44 Milliarden US-Dollar stammen aus den USA. Unter ihnen ist mit dem Pharmakonzern Regeneron Pharmaceuticals auch der Erstplatzierte, der im Untersuchungszeitraum durchschnittlich rund 75 Prozent Aktienrendite pro Jahr erzielen konnte. Ohnehin gehört die Pharma- und Biotechnologie zu den Gewinnern der letzten Jahre: Vier Unternehmen der Top 10 stammen aus dieser Branche. Mit Allergan (43 Prozent pro Jahr) und Gilead Sciences (41 Prozent) komplettieren zudem zwei weitere Vertreter dieses Sektors das Siegestreppchen der besten Drei.

Neben der Pharma- und Biotechnologie konnten sich vor allem Medienunternehmen in den Top 10 platzieren. Mit dem südafrikanischen Medien- und Verlagshaus Naspers (Platz 4, 41 Prozent), dem chinesischen Social-Media-Unternehmen Tencent (Platz 7, 35 Prozent) und dem US-amerikanischen Internet-TV-Netzwerk Netflix (Platz 8, 35 Prozent) konnten sich drei Firmen aus der Medienbranche einen Rang unter den zehn stärksten Unternehmen sichern. Für Frank Plaschke ist dies keine Überraschung: „Viele Unternehmen aus Pharma und Medien haben in den vergangenen Jahren ihre Portfolios bereinigt, innovative Entwicklungen vorangetrieben und vor allem frühzeitig in die Digitalisierung von Prozessen und Produkten investiert. Das zahlt sich bereits jetzt durch eine überdurchschnittliche Umsatz- und Gewinnentwicklung aus."

Continental führt das deutsche Ranking an

Ein deutsches Unternehmen schaffte es hingegen nicht in die Top 10. Allerdings verpasste der Automobilzulieferer Continental mit einer durchschnittlichen Aktienrendite von 33 Prozent pro Jahr den Einzug nur knapp und konnte letztlich den zwölften Rang belegen. Im branchen- und größenübergreifenden Vergleich deutscher Börsenunternehmen führt allerdings mit Abstand der Pharma- und Laborausrüster Sartorius, der eine mittlere Aktienrendite von 64 Prozent pro Jahr erwirtschaftet hat.

tt

Veröffentlicht am: 01.08.2016

 

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