Asiatische Märkte bieten Handel das größte Wachstumspotenzial

A.T. Kearney

Asien bleibt für den weltweiten Handel der wichtigste Wachstumsmotor – zu diesem Schluss kommt A.T. Kearney im diesjährigen "Global Retail Development Index", der die attraktivsten Märkte für Handelsunternehmen in Schwellenländern unter die Lupe nimmt.


Asien ist der unangefochtene Gewinner des "Global Retail Development Index" von A.T. Kearney. Mit China (Platz 1), Indien (Platz 2), Kasachstan (Platz 3), Malaysia (Platz 4) und Indonesien (Platz 5) belegt der Kontinent die ersten fünf Ränge des Rankings, das Faktoren wie wachsenden Wohlstand, sozialen Frieden, wirtschaftliche Stabilität und Marktgröße als Vergleichswerte heranzieht. Ausschlaggebend für die gute Platzierung ist neben den hohen Bevölkerungszahlen laut dem Beratungsunternehmen vor allem ein solides Wirtschaftswachstum.

Das große Potenzial der asiatischen Märkte haben viele deutsche Unternehmen bereits erkannt und vielfältige Engagements initiiert. So schloss beispielsweise Metro im Jahr 2015 eine strategische Partnerschaft mit der Handelsplattform des chinesischen Online-Dienstes Alibaba, um am wachsenden elektronischen Handel in der Volksrepublik teilhaben zu können. Zudem sicherte sich der Konzern die Classic Fine Foods Group aus Singapur. Auf den indischen Markt fokussiert sich hingegen Adidas. Nachdem der Sportartikelhersteller seine selbst gesteckten Ziele in China bereits erreicht und sich einen festen Platz als führende Sportmarke erkämpft hat, soll die Zahl der Stores nun auch auf dem Subkontinent steigen: Bis 2020 sollen 750 Geschäfte in Indien eröffnet sein.

Andere Regionen gehen durch eine Schwächephase

Während die Prognosen für Asien demnach positiv sind, schwächeln andere Regionen. So ist vor allem das Potenzial Russlands, das lediglich Rang 22 erreicht, und vieler Staaten des Mittleren Ostens durch wirtschaftliche Schwierigkeiten und geopolitische Instabilität belastet. Zudem hat auch Lateinamerika deutlich an Bedeutung für den internationalen Handel verloren. Nachdem Uruguay und Chile im Index des vergangenen Jahres noch die Plätze 2 und 3 belegt hatten, konnten sie in diesem Jahr nicht einmal mehr eine Position unter den Top 30 erzielen. Mit Peru auf Platz 9 befindet sich derzeit nur ein einziges lateinamerikanisches Land unter den ersten Zehn.

Angesichts der zunehmenden wirtschaftlichen und politischen Instabilität in vielen Regionen der Welt kommt dem E-Commerce in den strategischen Planungen der Handelsbranche immer größere Bedeutung zu. So bietet der Online-Handel bei vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz und überschaubarem Risiko gute Möglichkeiten, in ländliche Regionen vorzudringen oder neue Märkte zu testen – ganz abgesehen davon, dass das Umsatzvolumen im E-Commerce-Bereich den des stationären Handels in beinahe allen Märkten schon jetzt übersteigt.

Global Retail Development Index (Infografik: obs/A.T. Kearney)
Der vollständige Global Retail Development Index 2016. (Infografik: obs/A.T. Kearney)


tt

Veröffentlicht am: 06.06.2016

 

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