Auf den Punkt kommen: Jede dritte berufliche Besprechung zu lang und wenig produktiv

Arbeitnehmerbefragung

München - Für 32 Prozent der deutschen Arbeitnehmer sind berufliche Besprechungen in der Regel eindeutig zu lang und darüber hinaus auch noch unproduktiv. Wirklich zufrieden mit der Meeting-Kultur seines Arbeitgebers ist nur jeder fünfte Arbeitnehmer. Obwohl den meisten Unternehmen durchaus bewusst ist, dass ihre Führungs- und Leistungskultur in diesem Punkt große Schwächen aufweist, steuern sie doch an den falschen Stellen entgegen. Das sind die Ergebnisse einer Studie von Rochus Mummert.

Laut Studie wissen die Unternehmen sehr genau, dass viele Meetings weder gut vor- noch nachbereitet werden. Eine fehlende Agenda sei dabei aber immer nicht nur Ausdruck einer nachlässigen Organisation, sondern gleichzeitig auch mangelnder Wertschätzung gegenüber Mitarbeitern und Kollegen. Gerade Vorgesetzte vermitteln mit schlecht vorbereiteten Meetings den Eindruck, dass ihre Zeit, die sie bei der Vorbereitung einsparen 'mussten', wertvoller sei als die der anderen Teilnehmer, so Rochus Mummert.

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass sich der respektvolle Umgang mit seinen Mitarbeitern und Kollegen wirtschaftlich auszahlt. So zeichnen sich die ertragsstarken Unternehmen durch ein Klima der Wertschätzung aus, in dem die Belegschaft als Wertschöpfungs-Potenzial angesehen und aktiv weiterentwickelt wird. Bei den ertragsschwachen Firmen sind die Mitarbeiter hingegen ein reiner Kostenfaktor, den es im Sinne der Gewinnmaximierung zu instrumentalisieren gilt.

Die Folgen einer solchen von Misstrauen und Missachtung geprägten Führungs- und Leistungskultur sind auch in anderen Bereichen des betrieblichen Alltags deutlich spürbar. So ist nur jeder vierte von Rochus Mummert befragte Arbeitnehmer der Meinung, dass in seinem Unternehmen E-Mails meistens informativ sind, während eine genau so große Gruppe in der elektronischen Post größtenteils Alibi-Informationen vorfindet.

Zur Studie: Für die Analyse „Einfluss des HR-Managements auf den Unternehmenserfolg“ wurden HR-Führungskräfte sowie 1000 Arbeitnehmer befragt. Analog zum PIMS-Ansatz der Harvard Business School werden im PIPS-Modell (Profit Impact of Personnel Strategies) die Einflüsse des HR-Managements auf die personalwirtschaftlichen Vorsteuergrößen systematisch betrachtet. Das zusammen mit Prof. Dr. Michael Martin von der Hochschule Rhein Main entwickelte PIPS-Modell umfasst dabei reine Performance-Werte genauso wie Analysen zur Führungs- und Leistungskultur.

mr

Veröffentlicht am: 26.01.2015

 

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