Aufsichtsratsarbeit wird immer komplexer

Deloitte veröffentlicht "EMEA 360° Boardroom Survey"

Die Aufsichtsräte der EMEA-Region wollen sich immer häufiger aktiv in die Unternehmensführung einbringen und die Geschäftsführung mit ihrem Know-how unterstützen – dies fand Deloitte nun in der Studie "EMEA 360° Boardroom Survey" heraus.

Businessmeeting (Bild: Rawpixel.com - fotolia.com)
Aufsichtsräte müssen sich mit immer mehr Themen beschäftigen. (Bild: Rawpixel.com - fotolia.com)

Dies zeigt sich insbesondere an den Themen, die Aufsichtsräte in Europa, Afrika und dem Nahen Osten zunehmend auf ihre Agenda setzen. Anstatt angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise allein Kosteneinsparungen anzumahnen und sich auf die klassischen Tätigkeiten eines Boards wie die Überwachung der Geschäftsführung zu beschränken, priorisieren Aufsichtsräte inzwischen auch verstärkt strategische und technologische Themen im Rahmen ihres Aufgabenspektrums. "Die Studie zeigt, dass Aufsichtsräte hierzulande verstärkt ihre Fachkenntnisse einbringen und den Vorstand bei Strategie- und Innovationsfragen unterstützen wollen", verrät Deloitte-Partner Dr. Claus Buhleier.

Deutsche Aufsichtsräte fokussieren sich auf Innovation und Digitalisierung

Eine zentrale Rolle in den Überlegungen und Engagements der Aufsichtsräte spielt die Digitalisierung. Fast die Hälfte der befragten Boardmitglieder (48 Prozent) misst diesem Thema eine hohe Bedeutung zu. Zudem rückt auch die IT-Sicherheit immer stärker in den Fokus – auch wenn die Sensibilität für diesen Bereich nicht in allen Regionen gleichermaßen verteilt ist. So legen in Großbritannien, Irland, Italien und Deutschland wesentlich mehr Aufsichtsräte Wert auf dieses Thema als beispielsweise in Belgien oder Österreich. Zudem zeigen sich auch zwischen den Branchen, in denen die Aufsichtsräte tätig sind, teilweise große Unterschiede im Risikobewusstsein.

Darüber hinaus steht für einen Großteil der deutschen Aufsichtsräte auch das Thema Innovation weit oben auf der Agenda – nahezu alle befragten Boardmitglieder aus der Bundesrepublik setzen diesen Bereich auch auf ihre Prioritätenliste. Dennoch schätzen Befragte unter anderem aus Belgien, Italien, Norwegen und der Türkei die Unterstützung von Innovationsinitiativen in ihren Unternehmen teils als noch wichtiger ein als ihre deutschen Pendants. Deutlich seltener beschäftigen sich hingegen österreichische und rumänische Aufsichtsräte mit derartigen Projekten.

Arbeit der Aufsichtsräte wird vielfältiger

Doch nicht nur im Hinblick auf die Bereiche Innovation und Digitalisierung wird die Aufsichtsratsarbeit immer komplexer. Mit dem Risikomanagement, dem Talent Management, der Vergütung der Unternehmensführung sowie der Anwendung von Evaluationsmechanismen für die eigene Performance kommen immer weitere Themenkomplexe hinzu, mit denen sich die Boards der EMEA-Region auseinandersetzen müssen. "Eine Aufsichtsratstätigkeit beschränkt sich schon lange nicht mehr auf die Teilnahme an den regelmäßigen Sitzungen. In Deutschland fühlen sich die befragten Aufsichtsräte bei Ihren Überwachungs- und Beratungsaufgaben auch für Fragen zu Unternehmensstrategie, Digitalisierung und Innovation zuständig und sehen hier technologische Fortschritte als elementar an", erklärt Buhleier.

tt

Veröffentlicht am: 19.07.2016

 

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