Autobauer investieren weniger

Ernst & Young Studie

Nach dem Boom-Jahr 2015 sind die Investitionen der Autokonzerne stark zurückgegangen. Insgesamt wurden weniger Projekte initiiert und geringere Budgets ausgegeben. Das belegt eine Studie von EY.

Autohersteller haben 2016 weniger investiert. (Bild: Ogerepus - fotolia.com)

Autohersteller haben 2016 weniger investiert. (Bild: Ogerepus - fotolia.com)


Autohersteller haben 2016 weniger investiert. Experten von EY sehen für den Rückgang mehrere Gründe: Die vielen bereits angestoßenen Projekte aus den Vorjahren müssen erst einmal abgeschlossen werden. Zudem sind die dann aufgebauten Kapazitäten ausreichend, denn der Absatz ist zuletzt nur schwach gewachsen. Insgesamt findet außerdem ein Wandel in der Autoindustrie statt, der einen hohen Innovationsdruck mit sich bringt und den Fokus auf die Entwicklung neuer Technologien und Geschäftsmodelle lenkt. Elektromobilität wird zum Beispiel andere Komponenten nötig machen, dadurch ändert sich zwangsläufig die Produktion und Investitionen in den Bereichen Forschung und Entwicklung werden nötig. Auch Kooperationen und Zukäufe werden im Zuge dessen eher Priorität genießen.

USA: Investitionsziel Nummer 1

Auch wenn die Investitionen in den USA im Jahr 2016 einen Rückgang verzeichneten (von 13,5 Milliarden auf 6,3 Milliarden Euro), bleiben die Vereinigten Staaten das Investitionsziel Nummer eins für Autobauer. Ungarn und Deutschland folgen auf den Plätzen zwei und drei, es folgen China und Argentinien. Auch auf den gesamten Zeitraum betrachtet sind die USA das begehrteste Ziel für Investitionen bei Autobauern. Eine Summe von 29,4 Milliarden Euro floss seit 2010. Im Anschluss folgen China und Deutschland.

Die Investitionen in Schwellenländer gingen ebenfalls stark zurück. Hierauf entfielen im Zeitraum 2010 bis 2012 etwa 42 Prozent des weltweiten Volumens, in den Jahren 2014 bis 2016 nur noch 17 Prozent. Ursachen sehen die Experten von EY in den krisengeschüttelten Absatzmärkten, die die Erwartungen der Autobauer nicht erfüllt haben. Das habe dazu geführt, dass sich die Konzerne wieder stärker auf die bewährten Märkte in Europa und den USA konzentriert hätten.

Angesichts der aktuellen Situation tun die Konzerne nach Einschätzung von EY gut daran, sich mit größeren Investitionen erst einmal zurückzuhalten und sich auf die Optimierung der eigenen Organisation zu konzentrieren. Mögliche neue Zollschranken im Handel mit den USA und Großbritannien würden sich außerdem auf die Hersteller auswirken, etwa in Form möglicher Standortverlagerungen sowie der Anpassung internationaler Lieferketten und Partnerschaften.

EY analysierte für die Studie die weltweiten Investitionen der 16 führenden Automobilkonzerne im Zeitraum 2010 bis 2015 auf Basis öffentlich verfügbarer Informationen aus Geschäftsberichten, Investorenpräsentationen oder Pressemitteilungen.

Veröffentlicht am: 29.03.2017

 

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