Autohersteller investieren in Start-ups

Oliver Wyman Analyse

Zugang zu Innovationen, Know-how-Transfer – große Autohersteller investieren gezielt Kapital in Start-ups des Automobilsektors, um eigene Geschäftsbereiche zukunftsfähig zu machen und neue zu erschließen. Das ergab eine Analyse der Managementberatung Oliver Wyman.


Die Gründe für ein Investment in Start-ups aus der Automobilbranche sind vielfältig: Etablierte Autohersteller möchten sich den Zugang zu technischen Innovationen wie smarte Parkplatzsuche oder Stauprognosen sichern und die Innovationskultur der jungen Unternehmen ein Stück weit auf ihre Konzerne übertragen. Darüber hinaus steht der Know-how-Transfer im Vordergrund, zusätzlich können Attacken neuer Marktteilnehmer abgewehrt werden.

Daimler investierte Mitte 2016 in das Start-up Autobahn, BMW verteilt Kapital über den Fonds i Ventures in mehrere Start-ups, unlängst wurde eine Aufstockung auf bis zu 500 Millionen Euro (in den nächsten zehn Jahren) bekannt gegeben. Neben Autoherstellern beteiligen sich häufig auch IT-Konzerne und Investmentbanken an den Start-ups.  Seit 2011 ist die Summe, die OEMs in Start-ups investierten, exponentiell gestiegen: auf 316 Millionen US-Dollar in Deutschland, so schätzt die Managementberatung Oliver Wyman in einer Analyse. Weltweit liegt die Summe der Investitionen bei 16,3 Milliarden US-Dollar im ersten Halbjahr 2016.

Mobilitätsdienste und Green Vehicle besonders gefragt

Der Bereich Mobilitätsdienste ist besonders gefragt. Das Beratungsunternehmen prognostiziert hier eine dreifache Steigerung der Einnahmen weltweit bis 2025, folglich sind hier viele Start-ups (in Deutschland 60 Prozent der Gründer) aktiv. Und 45 Prozent der 316 Millionen US-Dollar gingen an junge Firmen, die solche Dienstleistungen entwickeln. Fast gleichauf liegt das Green-Vehicle-Segment – Fahrzeuge mit Elektro- oder Brennstoffzellenantrieb (44 Prozent).

Die Herausforderung für große Unternehmen liegt nun darin, die Lösungen der Start-ups ins eigene Portfolio zu integrieren, ohne dabei den eigenen Qualitätsstandard zu vernachlässigen und Imageschäden zu riskieren. Eine Übernahme der agilen Strukturen der Start-ups sei jedoch für große Konzerne häufig schwer zu bewerkstelligen.

io

Veröffentlicht am: 31.01.2017

 

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