Automobilhersteller müssen besser über vernetzte Technologien informieren

BearingPoint

Vernetzte Technologien sind auch im Automobilbereich immer stärker auf dem Vormarsch, doch laut einer Studie von BearingPoint und TNS Infratest hat dieser Trend noch längst nicht alle Autobesitzer erreicht. Viele wissen gar nicht, was ihr Fahrzeug alles kann.


Das vernetzte Auto ist längst keine reine Zukunftsmusik mehr. Schon jetzt sind zahlreiche Fahrzeuge mit vernetzten Technologien wie Navigationssystem, Fahrassistent oder In-Car-Entertainment ausgestattet. Diese Entwicklung wird sich nach Ansicht von BearingPoint und TNS Infratest noch weiter verstärken: Bis 2020 dürften nach Einschätzung der beiden Unternehmen acht von zehn Autos in Deutschland über derartige Funktionen verfügen.

Vier von zehn Autobesitzern wissen nichts von vernetzter Technologie in ihrem Auto

Dass immer mehr Fahrzeuge über vernetzte Features verfügen, heißt aber noch lange nicht, dass die Kunden diese auch annehmen und aktiv nutzen. So ist sich eine Mehrheit der Autobesitzer laut der Studie noch nicht bewusst, welche Vorteile ihnen die neuen Technologien bringen können. 39 Prozent der Befragten wissen zudem überhaupt nicht, dass ihr Fahrzeug derartige Funktionen besitzt.

Dabei ist ein grundlegendes Interesse an der neuen Technik durchaus vorhanden: Immerhin geben fast sechs von zehn Autobesitzern an, dass sie durch die vernetzten Technologien bei ihrem Autokauf beeinflusst worden seien. Für ein knappes Drittel waren sie sogar der ausschlaggebende Faktor bei der Kaufentscheidung. Dieses Interesse jedoch auch in weitere Einnahmequellen umzumünzen, fällt den Automobilherstellern allerdings noch schwer – eine für sie gefährliche Tendenz. Schließlich drängen mit Apple, Uber oder Google große Tech-Unternehmen in den Markt.

Information der Kunden sollte im Mittelpunkt stehen

Aus Sicht von BearingPoint ist es für die Automobilbranche daher entscheidend, die Kunden intensiv an die vernetzten Technologien heranzuführen. Insbesondere im Bereich der Beratung schlummert allem Anschein nach noch viel Potenzial. Schließlich berichteten lediglich 48 Prozent der Befragten, die die vernetzten Funktionen nutzen, davon, dass ihnen die Funktionen beim Kauf im Detail vorgeführt worden seien. Darüber hinaus zeigten sich im Rahmen der Umfrage viele Verbraucher unzufrieden mit den Kenntnissen der Händler in diesem Bereich.

Für die Automobilhersteller ist es nach Ansicht des Beratungsunternehmens daher von zentraler Bedeutung, ihre Händler und Mitarbeiter im Hinblick auf die neue Technik umfassender zu schulen. Zudem spielen auch Testfahrten für die Kunden in diesem Zusammenhang eine immer wichtigere Rolle. "Was Qualität und Nutzerfreundlichkeit der vernetzten Funktionen betrifft, macht die Studie deutlich, dass die deutschen Premium-Automobilhersteller bisher führend sind. Um hiervon jedoch letztlich profitieren zu können und sich einen Marktvorteil zu verschaffen, müssen die Hersteller alles daran setzen, ihre Kunden mit diesen neuen Technologien vertraut zu machen. Nur so können sie Begeisterung an deren Nutzung wecken", erklärt Matthias Loebich, globaler Leiter Automotive bei BearingPoint.

Zur Studie:
TNS Infratest und Bearing Point haben zwischen Juli und September 2015 über 3.700 Personen in zehn Ländern (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, Niederlande, Schweden, Dänemark, Norwegen und Finnland) befragt, die sowohl Smartphone-Nutzer sind als auch ein Auto mit vernetzten Technologien besitzen, diese aber nicht zwangsläufig nutzen. Dabei konnten Pkw von elf Automarken berücksichtigt werden.

tt

Veröffentlicht am: 07.06.2016

 

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