Automotive: Autonomes Fahren führt zu disruptiven Veränderungen

Bain Studie

Der Automobil- und Mobilitätsmarkt wird sich in den kommenden Jahren massiv verändern, so eine Studie. Etablierte Konzerne müssen nun handeln, um im Mobilitätsmarkt der Zukunft Anteile zu besetzen.


Besonders autonomes Fahren wird den Markt erheblich beeinflussen, so die Ergebnisse der Studie. Es führt nicht nur dazu, dass sich zunehmend neue Teilnehmer wie Tech-Unternehmen und Mobilitätsdienstleister im Markt anzusiedeln versuchen. Zusätzlich wandelt sich auch der automobile Profit Pool.

Autobauer: Partnerschaften mit Städten

Nach Einschätzung der Studienautoren sollten Automobilkonzerne eine enge Zusammenarbeit mit Städten und Kommunen anstreben. Der Grund: Für Städte und Kommunen bietet autonomes Fahren einige Vorteile. Durch Robo-Taxis können sie etwa das Verkehrsaufkommen und die damit einhergehenden Verkehrsprobleme reduzieren. Die Studienautoren prognostizieren, dass sich bei konsequenter Umsetzung die Zahl der Autos auf den Straßen um 40 Prozent senken lässt.

Auch die Unfallzahlen könnten durch Robo-Taxis positiv beeinflusst werden, da computergesteuerte Fahrzeuge sicherer fahren. Ein weiterer Vorteil: Große innerstädtische Flächen würden frei, die bislang noch für Parkplätze und Verkehr genutzt werden.

Neue Profit Pools entstehen

Durch die autonome Elektromobilität entstehen neue Wertschöpfungsketten, daran wollen Unternehmen verschiedener Industrien partizipieren. Automobilhersteller können sich im Rahmen des skizzierten Wandels entsprechend positionieren. Die wichtigen Schnittstellen liegen bei den zentralen Elementen der Technik wie Batterien, außerdem bei der Software selbstfahrender Autos. Es geht darüber hinaus um ihre Kompetenz als Mobilitätsdienstleister und die entsprechenden Steuerungs- sowie Optimierungsalgorithmen. Wichtig wird zusätzlich ihre Fähigkeit, einen großen Kundenstamm zu betreuen und um das Flottenmanagement, das sie als Robo-Taxi-Betreiber leisten müssen. Besonders im letzten Punkt entstehen laut Einschätzung der Studienautoren entstehen neue Profit Pools, die für Hersteller, Leasingunternehmen und Mietwagenfirmen Potenziale bieten.

Aktuell gibt es bereits von einigen Technologie- und Automobilunternehmen Bestrebungen, über Partnerschaften strategische wichtige Punkte zu besetzen. Zwei Beispiele sind der Chiphersteller Intel und General Motors. Intel übernahm MobilEye, einen israelischen Hersteller von Fahrassistenzsystemen; General Motors kaufte Cruise, ein Start-up, das Systeme zum autonomen Fahren entwickelt.

Weitere wichtige Punkte: Mobilitätsplattformen und Kundenschnittstellen

Die Experten von Bain & Company rechnen damit, dass sich in den kommenden drei bis fünf Jahren zeigen wird, welche Unternehmen sich im Mobilitätsmarkt einen Wettbewerbsvorteil sichern konnten. Wichtige Bereiche sind nach Einschätzung der Studienmacher auch die Mobilitätsplattformen und Kundenschnittstellen; hier sollten Unternehmen präsent sein.

Wer es in den nächsten Jahren nicht schafft, sich im vorderen Teil der Wertschöpfungskette zu positionieren, wird künftig lediglich die Rolle des Zulieferers bedienen. Autobauer sollten daher ihre bisherige Rolle als Hersteller erweitern; tun sie dies nicht, bleiben für sie im Geschäft mit den Robo-Taxis nur geringe Margen übrig.

In der Studie “The Automotive Endgame“ hat Bain & Company die Wertschöpfungskette der urbanen, autonomen Mobilität von morgen analysiert; außerdem werden Handlungsempfehlungen abgeleitet, mit denen sich Hersteller und Zulieferer auseinandersetzen sollten.

io

Veröffentlicht am: 11.09.2017

 

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