Autonomes Fahren: Mehrheit skeptisch

EY-Studie

Dem Auto das Fahren überlassen? Die meisten Deutschen sind noch skeptisch. Bei den Jüngeren ist die Akzeptanz größer, die Älteren winken ab. Dass das autonome Fahren den Automarkt aber revolutionieren wird, glaubt eine starke Mehrheit.

Autonomes Fahren - Verbraucher mehrheitlich skeptisch. (Bild: monicaodo - fotolia.com)

Autonomes Fahren - Verbraucher mehrheitlich skeptisch. (Bild: monicaodo - fotolia.com)

 

Kein Tag vergeht, an dem sich die Autoindustrie nicht zum Thema autonomes Fahren äußert. Sie steht in den Startlöchern und es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis wir alle beim Autofahren frühstücken, Spiele spielen oder fernsehen. Aber möchten wir das überhaupt? Die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young) hat dazu eine Studie herausgegeben, für die sie 1.000 Personen befragt hat. Das Ergebnis: Fast jeder Dritte (30 Prozent) kann es sich nicht vorstellen, in einem Fahrzeug ohne direkten Einfluss auf das Lenkrad zu fahren. 21 Prozent halten es für unwahrscheinlich, dass sie sich in ein autonomes Auto setzen. Nur etwa ein Viertel (26 Prozent) könnte sich vorstellen, beim Fahren andere Dinge erledigen. Das sind immerhin mehr als noch bei der letzten Befragung, die EY vor vier Jahren durchführen ließ. Damals waren nur 17 Prozent bereit, in einem selbstfahrenden Auto zu fahren. Ebenfalls fast jeder Dritte (31 Prozent) lehnte dies kategorisch ab.

EY prognostiziert jedoch, dass die Akzeptanz bald steigen könnte.  Die junge Generation sei dem autonomen Fahren gegenüber "viel aufgeschlossener“. Von den bis zu 20-Jährigen würde nämlich bald die Hälfte (43 Prozent) definitiv ihren Fuß in ein sich selbst steuerndes Auto setzen. Mit zunehmendem Alter wächst die Skepsis: Von den 61- bis 70-Jährigen würden sich nur etwa 15 Prozent fremdgesteuert durch die Lande kutschieren lassen, bei den über-70-Jährigen sinkt die Quote auf 13 Prozent.

Hersteller investieren Milliarden

"Die Hersteller und Zulieferer investieren viel und setzen voll auf das autonome Fahren“, sagt EY-Partner Peter Fuß. "Sensortechnik und Standortbestimmung werden immer genauer, die Vernetzung mit anderen Fahrzeugen nimmt zu. Und auch auf dem Feld der künstlichen Intelligenz machen sie Fortschritte. Allerdings ist die Hemmschwelle bei den Nutzern noch hoch, die Kontrolle komplett aus der Hand zu geben.“

Laut EY rechnet jedoch die Mehrheit der Befragten damit, dass sich das autonome Fahren auf lange Sicht durchsetzen wird. Fast zwei Drittel (65 Prozent) glauben an den Durchbruch der Technik. Dieser könnte ihrer Erwartung nach allerdings noch etwas auf sich warten lassen: 31,7 Prozent erwarten, dass sich autonome Fahrzeuge erst nach 2030 auf dem deutschen Massenmarkt durchsetzen. 30 Prozent halten den Durchbruch bis 2030 für möglich und 20 Prozent bis 2025. Für EY-Partner Peter Fuß ist eine Grundvoraussetzung für den Durchbruch vor allem die Kommunikation mit der Umgebung: "Die größte Hürde ist noch, die Datenbasis der autonomen Fahrzeuge so lückenlos zu machen, dass sie sicher unterwegs sind. Sie müssen beispielsweise mit anderen Fahrzeugen, Satelliten oder Ampelanlagen in einem ständigen Austausch sein und so über die Verkehrslage oder mögliche Gefahren informiert werden.“

Für die Studie befragte EY 1.000 erwachsene Personen in Deutschland. Die Befragung wurde durch Valid Research im August 2017 durchgeführt. EY hat bereits 2013 eine Studie zum Thema "Autonomes Fahren“ herausgebracht.

ts

Veröffentlicht am: 14.09.2017

 

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