Autonomes Fahren? Ne lass mal...

Deloitte: Global Automotive Consumer Study 2019

Eine Untersuchung von Deloitte gießt Wasser in den Wein derjenigen, die bald viele selbstfahrende Autos auf unseren Straßen sehen. Und ermuntert die Ingenieure der Autobauer andererseits , beim Thema E-Mobilität weiter Gas zu geben.

Deloitte: Die Liebe zum Auto ist ergründlich (Bild: geralt - Pixabay)

Deloitte: Die Liebe zum Auto ist ergründlich (Bild: geralt - Pixabay)

Denn die Umfrageergebnisse zeigen, was die Deutschen erwarten und wünschen: 47 Prozent der deutschen Studienteilnehmer bezweifeln danach, dass das autonome Fahren sicher ist. Befragte aus den USA, Japan, Südkorea und Indien sind ebenfalls zur Hälfte skeptisch, während etwa Italiener und Chinesen mit 29 bzw. 25 Prozent mehr Vertrauen in die Technik haben. Auffällig ist: Während die Werte von 2017 in den untersuchten Märkten noch bis zu 20 Prozentpunkte höher lagen, ist die Zahl der Zweifler von 2018 auf 2019 nur noch kaum gesunken oder sogar wieder gestiegen.

Knackpunkt Sicherheit

Ausschlaggebend für die anhaltende Skepsis ist die Sicherheitsfrage: Medienwirksame Unfälle mit selbstfahrenden Testautos werden von den Verbrauchern aufmerksam registriert. Hierzulande gibt mit 56 Prozent mehr als die Hälfte an, dass die Berichterstattung ihr Bild vom autonomen Fahren negativ beeinflusst, in den Niederlanden und Großbritannien sind es sogar fast zwei Drittel. Zudem wird den Automobilherstellern immer weniger zugetraut, autonome Fahrzeuge auf den Markt zu bringen: Sahen 2018 noch 48 Prozent der deutschen Studienteilnehmer die OEMs dazu in der Lage, sind es 2019 nur noch 33 Prozent. 

E-Mobilität gewinnt an Fahrt

"E-Mobilität lohnt sich nicht wirklich, das Angebot ist viel zu klein": Jahrelang waren dies die angeführten Gründe für die verhaltene Nutzung von E-Autos insbesondere im Autoland Deutschland. Hier scheint laut Umfrage ein Umschwung in Sicht. So können sich jetzt immerhin 37 Prozent (Vorjahr: 34%) der deutschen Autofahrer ein Vehikel mit alternativem Antrieb vorstellen. In Italien sogar 58 Prozent. Ähnlich groß ist die Offenheit in den ostasiatischen Staaten gefördert von staatlichen Programmen, insbesondere in Japan (59%) und China (65%). Die Tendenz pro Elektroauto ist dabei in allen teilnehmenden Ländern steigend - auch wenn der Weg zu einem Massenmarkt für Elektromobilität noch weit ist.

Deutsche skeptisch bei Konnektivität

Das Versprechen: Das vernetzte Auto bringt viele Vorteile wie bessere Verkehrsinformationen oder smarte Wartung. Die Skepsis hinsichtlich des Nutzens und der Datensicherheit ist in Deutschland aber hoch. Gerade einmal ein Drittel (35%) sieht klare Vorteile. Damit liegt Deutschland - und z.B. auch Japan - weit hinter Ländern wie China (79%), Indien (76%), aber auch Südafrika (66%) und Italien (60%). 60 Prozent der deutschen Studienteilnehmer hätten außerdem Bedenken, dass biometrische Daten von vernetzen Fahrzeugen generiert und geteilt werden. Wer soll die Daten managen und deren Sicherheit gewährleisten? Am ehesten noch die Hersteller, meinen die Verbraucher in Deutschland (31%). Die Sorge der Deutschen vor "Auto-Hackern" nimmt hingegen insgesamt ab.

Kaum Bezahlbereitschaft für Connected Services

Bei der Bezahlung zeigen die Deutschen eine ähnliche Zurückhaltung wie die Autofahrer in den meisten anderen Ländern: Sie akzeptieren höchstens einen geringen Aufpreis in Form einer Einmal-Zahlung. 43 Prozent erwarten sogar einen Nulltarif. Lediglich die indischen Befragten weichen signifikant von dieser Linie ab: Hier würde die Hälfte auch höhere Kosten akzeptieren.

Das eigene Auto bleibt Priorität

Der Mobilitätsmix soll die Zukunft der Mobilität prägen. In Deutschland wird dies aber noch Zeit brauchen: Die Zahl derer, die im eigenen Wagen das wichtigste tägliche Fortbewegungsmittel sehen, liegt bei 47 Prozent. Es ist anzunehmen, dass sich dies auch in der nächsten Dekade nicht ändern wird. Auch verschiedene Mobilitätsmodi während einer Fahrt bleiben die Ausnahme: Die Hälfte der Deutschen kombiniert Fortbewegungsmittel nur kaum (55%) oder gar nicht (25%). Hingegen zeigt der Trend in den USA, Indien und auch Südkorea in die andere Richtung.

Veröffentlicht am: 08.03.2019

 

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