Bain warnt Mobilfunkbetreiber

Studie zur 5G-Akzeptanz der Mobilfunkbetreiber

Bain & Company hat die Vorstände der 20 weltweit größten Mobilfunkunternehmen gefragt, wo sie den eigenen Nutzen mit der Einführung des neuen Mobilstandards 5G sehen. Das Ergebnis: Die Mehrheit (53 Prozent) ist skeptisch. Ein großer Denkfehler, so die Berater.

5G kommt (Bild: mohamed_hassan pixabay.com)
5G kommt (Bild: mohamed_hassan pixabay.com)

 

Von den Ergebnissen der Studie zeigten sich die Berater von Bain schockiert. Offenbar fürchten viele Betreiber die hohen Investitionskosten und haben große Sorge, diese wieder einzuspielen. Die Mobilfunkbetreiber schadeten sich mit ihrem Pessimismus nur selbst, hieß es in Beraterkreisen. Denn investierten die Unternehmen zu zögerlich in 5G, verlören sie technisch den Anschluss und riskierten damit den Verlust ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Da die Netzqualität für die Kunden das wichtigste Entscheidungskriterium für einen Anbieter sei, würden die Nachzügler überdies Gefahr laufen, substanzielle Einbußen bei Marktanteilen und Umsätzen hinnehmen zu müssen.

Alexander Dahlke, Bain-Partner und Telekommunikationsexperte sagte: "Die Zurückhaltung der Netzbetreiber bei 5G ist ausgesprochen riskant." Bislang hätten die Mobilfunkunternehmen noch immer in die neueste Technologie investiert, um den Anforderungen ihrer Kunden gerecht zu werden und ihre Umsätze sowie Gewinne zu steigern. Das werde bei 5G nicht anders sein. 

Laut Studie beruht die Skepsis der Mobilfunkmanager auf drei grundlegenden Denkfehlern: 

1. Die Einführung von 5G rentiert sich nur durch neue Anwendungen.

Falsch, sagen die Autoren. Es bedürfe keiner neuen Anwendungen, beispielsweise des selbstfahrenden Autos, um 5G wirtschaftlich zu betreiben. Allein die enorme Verbesserung von Übertragungsgeschwindigkeit und Kapazität bringt den Vorreitern klare Wettbewerbsvorteile durch weniger verstopfte Netze und ein Angebot an Diensten, das es bislang ausschließlich im Festnetz gibt.

2. Die Investitionskosten sind absurd hoch.

Auch hier das Bain-Urteil: Falsch! Prognosen, die von einem viel zu hohen Anstieg der Investitionen im Vergleich zum Umsatz ausgehen, würden die Realität verkennen. 5G müsse weder sofort flächendeckend eingeführt werden, noch bedürfe es vieler zusätzlicher Mobilfunkzellen. So werden sich 5G-fähige Geräte - wie bei allen technischen Neuerungen üblich - in das bestehende Netz einloggen, wenn keine 5G-Verbindung möglich ist. Auch verfügen die meisten Netzbetreiber bereits über eine ausreichende Dichte an Knotenpunkten, die für 5G notwendig sind.

3. 5G reduziert hauptsächlich die Netzkosten, bringt aber kaum zusätzlichen Umsatz.

Auch falsch, sagen die Berater. Bei 5G einzig auf Kostensenkungen zu setzen, greife viel zu kurz. Neben dem deutlichen Effizienzgewinn durch die neue Technik ließen sich mit der verbesserten Infrastruktur zusätzliche Umsätze erzielen, die in die Qualität und Ausbreitung des 5G-Netzes reinvestiert werden können.

Veröffentlicht am: 10.10.2018

 

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