Bedeutung von Firmen-Headquartern wird abnehmen

Roland Berger-Studie

Können Firmenzentralen den Anspruch, moderne, digitale Strukturen und Prozesse zu unterstützen, umsetzen? Die aktuelle Corporate Headquarters-Studie "#CHQbyDesign" von Roland Berger benennt die Herausforderungen.

23 Prozent der befragten Top-Manager mit ihren Headquarters nicht zufrieden (Bild: JFL-Photography - fotolia)

23 Prozent der befragten Top-Manager mit ihren Headquarters nicht zufrieden (Bild: JFL-Photography - fotolia)

Rund ein Viertel der Unternehmen sind mit ihrem Headquarter nicht zufrieden. Der Hauptgrund: Unternehmenszentralen sind den Anforderungen der digitalen Transformation und dem Innovationsdruck nicht gewachsen. So klaffen der Anspruch der Firmenzentralen, moderne, digitale Strukturen und Prozesse zu unterstützen, und die Wirklichkeit stark auseinander. 

Doch auch die Bedeutung der Headquarters insgesamt ändert sich: Während arbeitsintensive Unterstützungsaufgaben vermehrt in Shared Services Centern gebündelt werden, wandern übergreifende Steuerungsfunktionen immer öfter in dezentrale Unternehmenseinheiten, so die aktuelle Corporate Headquarters-Studie "CHQbyDesign" von Roland Berger.

"Anders als vermutet, spielen geopolitische Herausforderungen wie Brexit, Krisengebiete und Wirtschaftssanktionen in der Gestaltung der Unternehmenszentralen eher eine untergeordnete Rolle", erläutert Roland Berger-Partner Tim Zimmermann. "Sogar die Globalisierung und das Talent-Management stehen für Headquarters nicht mehr ganz oben auf der Prioritätenliste. Zentralen müssen sich heute vor allem mit den drängenden Fragen der Digitalisierung und der Innovationsfähigkeit ihres Unternehmens auseinandersetzen."

Kluft zwischen Anspruch und Realität

Doch genau das klappt nicht immer. So sind 23 Prozent der befragten Top-Manager mit ihren Headquarters überhaupt nicht zufrieden. Sie bezweifeln, dass ihre Firmenzentralen die richtigen Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt haben. "Besonders groß ist die Diskrepanz zwischen den Erwartungen und tatsächlichen Leistungen der Firmenzentralen bei den Fähigkeiten und der Nutzung digitaler Technologien", bemängelt Roland Berger-Partner Fabian Huhle.

So sehen die mehr als 300 Befragten aus elf Ländern enorme Defizite in den Bereichen Automation, also bei der Nutzung von Robotik und künstlicher Intelligenz, sowie bei der unternehmensweiten Vernetzung über Kollaborationsplattformen, soziale Netzwerke und Apps. Auch bei Big Data und Internet der Dinge gibt es großen Nachholbedarf.

Die Zentrale der Zukunft: dezentrale Steuerung, gebündelter Support

Was Größe und organisatorischen Zuschnitt der Zentralen in der Zukunft angeht, zeichnet die Untersuchung ein differenziertes Bild. Der Trend zu Shared Services Centern und zur Bündelung transaktions-intensiver Supportaufgaben nimmt weiter zu. Strategische Funktionen werden dagegen immer öfter in dezentrale Firmeneinheiten verlegt. "Hier setzen Unternehmen allerdings nicht so sehr auf eine geografische Dezentralisierung", erklärt Zimmermann. "Vielmehr geht es um die Vernetzung dezentraler strategischer Kompetenz über organisatorische Grenzen hinweg, orchestriert durch die Headquarters."

Insgesamt sehen mittlerweile 56 Prozent der Studienteilnehmer die Rolle der Firmenzentralen eher kritisch: Ihrer Meinung nach wird die Bedeutung der Headquarters in Zukunft abnehmen.

"Was wir erleben, ist zwar keine endgültige Erosion der Unternehmenszentrale, aber die große Herausforderung, sich auf permanenten Wandel einzustellen", fasst Fabian Huhle das Ergebnis zusammen. "Headquarters sollten sich daher verstärkt mit wichtigen disruptiven Trends auseinandersetzen und hier als Wegweiser für ihr gesamtes Unternehmen agieren, wenn sie ihre Position in Zukunft nicht verlieren wollen."

Veröffentlicht am: 13.07.2018

 

Weitere Nachrichten
Studie von Horváth & Partners

Der Markt für E-Autos kommt ins Rollen

Immer mehr E-Autos, aber noch zu wenig Ladestationen (Bild: Pixaline - Pixabay.com)

27.06.2019 - Nach Einschätzung der Beratungsfirma Horváth & Partners gibt es für das E-Auto auf dem Weg zum Massenmarkt noch zu viele Hindernisse. Aber dennoch: Bis Ende des Jahres 2019 wird die Marke von einer Viertel Million E-Autos wohl geknackt werden. weiterlesen

 
Ankündigung

EINBLICK HR 2019: Ein Event für HR-Verantwortliche

26.06.2019 - Am 18. September 2019 findet in Köln die EINBLICK HR statt. Unter dem Motto "A team comes true: Was Teams wirklich erfolgreich macht" werden Führungskräfte und Personalverantwortliche aus verschiedenen Branchen darüber diskutieren, wie der Erfolg eines Teams... weiterlesen

 
Headhunter of the Year 2019

CHRISTIAN KÖNITZER CONSULTING gewinnt Headhunter of the Year Award

24.06.2019 - Im Rahmen der feierlichen Preisverleihung im Bayerischen Hof in München wurden die Gewinner des HEADHUNTER OF THE YEAR AWARD 2019 ausgezeichnet. CHRISTIAN KÖNITZER CONSULTING ist unter den Gewinnern in der Kategorie Newcomer. weiterlesen

 
Auszeichnung "Top CEOs 2019"

Wer sind die beliebtesten Chefs Deutschlands?

(Bild: Pixabay)

19.06.2019 - Nachdem das Glassdoor-Ranking in den letzten Jahren von Managern aus der Automobilbranche dominiert wurde, gibt es in diesem Jahr einige Überraschungen. Vorjahressieger Harald Krüger, von BMW, hat es dieses Jahr gar nicht in die Top 10 geschafft. weiterlesen

 
Über CONSULTING.de

consulting.de ist das zentrale Informationsportal für Unternehmensberatungen. Unser breites Informationsangebot rund um Consulting richtet sich sowohl an Management- und Strategieberatungen, Personalberatungen, Controlling- und Finanzberatungen, Wirtschaftsprüfungen, Marketing- und Kommunikationsberatung und IT-Beratungen als auch deren Kunden aus Industrie, Handel sowie Dienstleistung.