Berater im Amt, Container auf See und Marketing auf der Abschussliste

Medienspiegel

Kann man im Marketing auf zehn der beliebtesten Maßnahmen einfach so verzichten? Wie viel Distanz müssen Prüfer zu ihren Kunden wahren? Und was können Consultants in der öffentlichen Verwaltung erreichen? Antworten auf diese Fragen bietet unser Medienspiegel.


Von Tim Farin

Wenn wichtige Veränderungen oder harte Einsparungen anstehen, ist die Verwaltung alleine oft überfordert. Gut, dass es Berater gibt – so lässt es sich nach der Lektüre der Geschichte "Die neuen Stadtverwalter" auf Zeit Campus schlussfolgern. Die Autoren Jan Guldner und Katja Scherer haben recherchiert, was der Einsatz von Consultants im Auftrag des öffentlichen Dienstes bringt und ob er angemessen ist. Natürlich sei so eine externe Hilfe nicht immer geboten, heißt es in dem Artikel: "Aber gerade bei größeren Umstrukturierungen habe ein kritischer Blick von außen Vorteile." Ein kompakter Überblick über das Wirken der Beraterbranche zwischen Bürokratie und Demokratie.

Es zählt das Wohl der Mitarbeiter

Was erwartet die Generation Z, wenn es um die berufliche Karriere in kreativen Berufen geht? Auf Campaign geht Nicola Kemp der Frage nach und analysiert, "warum das Wohl der Mitarbeiter die neue Quintessenz ist". So zeige sich immer stärker, dass die traditionellen Grenzen zwischen Arbeit, Erholung und Vergnügen nicht mehr zeitgemäß seien. Vielmehr brauchen kreative Unternehmen - dieser Argumentation nach - eine offene Kultur, und diese zu erreichen ist ein anspruchsvoller Prozess. Es geht darum, essentielle Dinge wie etwa die mentale Gesundheit und den Stresslevel der Angestellten langfristig zu verbessern.

Schluss mit dem Theater!

Haben Sie nicht auch manchmal die Nase voll von den Versprechungen der digitalen Werbebranche? Dann seien Sie froh, wenn Sie vorige Woche nicht auf der Messe dmexco waren. In seiner Kolumne zu "Werbesprech" für wiwo.de ordnet Thomas Koch das dortige Geschehen kritisch ein. Koch geht aber noch einen Schritt weiter: Er bringt den australischen Marketing-Professor Byron Sharp ins Spiel, der von der Branche fordert, auf zehn der häufigsten und beliebtesten Maßnahmen in Marketing und Werbung zu verzichten. Darunter fallen etwa Markendifferenzierung und USPs, Zielgruppen-Targeting und Aufbau von Brand Value. Wer diese Haltung vertritt, wird sich sicher nicht bei jeder Agentur beliebt machen.

Messe besser machen

Bei aller Kritik am Marketingwesen: Messen haben natürlich ihren Zweck. Doch oft werden sie für Unternehmen zu Horrortrips, weil die Kosten, die Organisation und die Zielstellung nicht klar genug definiert sind. Auf Impulse.de gibt der Experte Rüdiger Kreuzer der Autorin Miriam Eckert praktische Tipps, die jedes Unternehmen vor einem Auftritt zumindest prüfen sollte. Das Service-Stück bietet Tipps für die Kundenansprache und die Kommunikation am Stand – und damit einen guten Ausgangspunkt, um die nächste Show gezielt vorzubereiten.

Zu nah am Kunden

Es soll vorkommen, dass wirtschaftliche Berater die Distanz zu ihren Kunden verlieren – sogar auf äußerst körperliche Weise. So war es auch bei zwei Mitarbeitern der globalen Organisation EY: Zwei Wirtschaftsprüfer hatten sich persönlich so nah an die Klienten herangepirscht, dass die US-Aufsichtsbehörde SEC dafür nun eine Strafe von mehr als 9 Millionen Dollar aufrief. Die Wirtschaftsseite Quartz fasst die Angelegenheit unter "Free Advise" pointiert zusammen: "Was man als Wirtschaftsprüfer nicht mit dem Klienten tun sollte: Mit ihm auf Familienreise gehen oder ihn daten."

Die Globalisierungskiste

Haben Sie schon einmal eine Rundfahrt durch den Hamburger Hafen gemacht? Das sollten sie – nicht nur wegen der flachen Witze vorn vom Steuerrad, sondern auch wegen einer großen kulturellen Errungenschaft, die sich hier tausendfach türmt: Container. In der Reihe über unterschätzte Innovationen blickt Hubert Filser für die Süddeutsche Zeitung auf die großen Stahlkisten und Malcolm MacLean, der sie vor 60 Jahren erfand. Damals wurde der Reeder belächelt. "Heute ist der weltweite Handel ohne seine Stahlkisten nicht mehr vorstellbar", schreibt Filser.

Darüber könnte man mal nachdenken. Vielleicht bieten die kommenden Tage ja die Gelegenheit. In diesem Sinne: Schönes Wochenende!

Veröffentlicht am: 23.09.2016

 

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