Betriebliches Gesundheitsmanagement bei vielen Unternehmen ausbaufähig

Willis Towers Watson

Über gesunde Mitarbeiter zu verfügen, ist für Unternehmen von zentraler Bedeutung. Allerdings tun viele deutsche Firmen laut einer Studie von Willis Towers Watson noch zu wenig, um die Gesundheit ihrer Beschäftigten zu fördern. Damit lassen sie viel Potenzial ungenutzt.


Eine gesunde Belegschaft kann zu einem wesentlichen Wettbewerbsfaktor werden, rechnet Willis Towers Watson in der Studie „Global Staying at Work Survey“ vor: Demnach kann ein effektives betriebliches Gesundheitsmanagement den Umsatz pro Mitarbeiter um bis zu 50 Prozent nach oben klettern lassen, womit sich auch der Marktwert eines Unternehmens um mehr als ein Drittel steigern könnte.

Die Realität in Deutschland ist in vielen Betrieben allerdings noch eine andere: Insbesondere Stress, Bewegungsmangel, eine schlechte Ernährung und das Gefühl, sich auch mit einer Krankheit noch zur Arbeit schleppen zu müssen, wirkt sich negativ auf die Gesundheit der deutschen Arbeitnehmer aus. Dabei ist das Thema des betrieblichen Gesundheitsmanagement durchaus in den Köpfen der Entscheider verankert: 62 Prozent der Unternehmen bieten bereits verschiedene Programme an, die die Gesundheit der Mitarbeiter fördern sollen. Damit liegt Deutschland über dem globalen Durchschnitt von 56 Prozent.

Bestehende Programme werden kaum genutzt

Wirklich angenommen werden die Angebote ihrer Arbeitgeber von den Beschäftigten derzeit aber noch nicht: Lediglich etwa ein Drittel der befragten Arbeitnehmer gab an, die Programme auch in Anspruch zu nehmen. Nach Ansicht von Willis Towers Watson klaffen die Vorstellungen der Arbeitgeber, welche Angebote sinnvoll sind, und die Erwartungen der Mitarbeiter somit weit auseinander. Demnach fehlt vielen Verantwortlichen eine Strategie, sodass der Angebotsmix von Diätprogrammen und Sportaktivitäten (89 Prozent) über Stressbewältigungsmaßnahmen (76 Prozent) bis hin zu Schutzimpfungen und Tabakentwöhnungsprogrammen (jeweils 74 Prozent) sehr unterschiedlich ausfallen kann.

Stattdessen rät Willis Towers Watson Unternehmen dazu, einerseits die Ansprüche der Belegschaft stärker in den Mittelpunkt zu stellen, andererseits aber auch die demografische Struktur nicht außer Acht zu lassen. So könnten digitale Angebote wie spielerische Umsetzungen zu Ernährungsratgebern oder Sportübungen, die sich unter dem Schlagwort „Gamification“ zusammenfassen lassen, beispielsweise junge Mitarbeiter zu einer Teilnahme veranlassen. Zudem sollten auch die Führungskräfte die Ziele der BGM-Programme mittragen und dabei helfen, ihre Kollegen zu motivieren. Hinzu kommt der Vertrauensfaktor: Nur, wenn von Beginn an Angebote zum betrieblichen Gesundheitsmanagement in Bezug auf das empfindliche Thema Datenerhebung transparent sind, werden sie von Mitarbeitern auch in Anspruch genommen.

Zur Studie:
Im Rahmen der Studie „Staying at Work“ wurde das betriebliche Gesundheitsmanagement in Deutschland und im globalen Vergleich untersucht. In Deutschland hat Willis Towers Watson dafür 37 Unternehmen (mit insgesamt mehr als 120.000 Angestellten) und 2.281 Arbeitnehmer befragt. Global wurden 1.669 Unternehmen und mehr als 30.000 Beschäftigte aus 34 Märkten in Nordamerika, Lateinamerika, Europa und Asien befragt.

tt

Veröffentlicht am: 03.06.2016

 

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