Bewerbungsgespräche per Video sind die Ausnahme

Bitkom Research-Studie

Wer sich auf eine neue Stelle bewirbt, kann heute seine Unterlagen fast immer digital einreichen. Das Auswahlverfahren im Anschluss läuft jedoch in den meisten Fällen so ab wie vor 50 Jahren. Haben die Unterlagen überzeugt, folgt ein persönliches Vorstellungsgespräch, Telefon- oder Videointerviews sind dagegen die Ausnahme.

81 Prozent der Personaler greifen nie auf Videogespräche zurück (Bild: bruce mars - Pexels)

81 Prozent der Personaler greifen nie auf Videogespräche zurück (Bild: bruce mars - Pexels)



Laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom, für die 855 Personalverantwortliche in deutschen Unternehmen befragt wurden, führen immer noch neun von zehn Personalern (das sind 89 Prozent) persönliche Vorstellungsgespräche mit den Kandidaten. Neben dem persönlichen Gespräch sind auch Vor-Ort-Tests bei den Personalern beliebt. Mehr als jedes zweite Unternehmen (56 Prozent) greift darauf immer oder oft zurück. Deutlich weniger verbreitet sind Online-Tests, die nur 16 Prozent der Unternehmen immer oder oft nutzen sowie Telefoninterviews (nur sechs Prozent führen diese immer, elf Prozent oft, 42 Prozent der Personaler verzichten grundsätzlich). Aufwändige Assessment-Center vor Ort sind die absolute Ausnahme: Nur zwei Prozent aller Unternehmen führen diese immer oder oft durch.

Videotelefonate werden bei der Auswahl von Kandidaten eher selten eingesetzt

Noch seltener werden Videotelefonate, etwa über Skype oder Facetime, eingesetzt. Kein Personaler nutzt diese immer und gerade einmal ein Prozent der Personaler oft. 81 Prozent greifen dagegen nie auf Videogespräche zurück. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder ist jedoch von dieser Methode überzeugt: "Mit einem kurzen Videogespräch bekommt man schnell und mit geringem Aufwand einen ersten Eindruck vom Gegenüber. Davon profitieren beide Seiten: Der Personalverantwortliche kann so seine Eindrücke vom Kandidaten vervollständigen, der Bewerber hat die Möglichkeit, sich über die schriftlichen Unterlagen hinaus zu präsentieren und kann sich obendrein ein besseres Bild von seinem künftigen Arbeitgeber machen."

Veröffentlicht am: 08.11.2018

 

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