Budgets für die Digitalisierung steigen

Lünendonk Studie 2017

Großunternehmen und Konzerne investieren mehr in entsprechende Technologien, um den eigenen digitalen Wandel voranzutreiben. Die Budgets für IT-Security wachsen im Zuge der EU-DSGVO ebenfalls. Auch die Nachfrage nach externen IT-Experten steigt, so eine Studie.

 

Weit oben auf der Agenda von Großunternehmen und Konzernen stehen 2017 und 2018 die Verbesserung der Customer Journey, Produkt- und Service-Innovationen sowie die Optimierung der Geschäfts- und IT-Prozesse durch Automatisierung und den Einsatz Künstlicher Intelligenz und Robotics. 65 Prozent der befragten Unternehmen gab der “Optimierung der Prozesse durch Vernetzung, Automatisierung und Standardisierung“ eine hohe Relevanz. Ähnlich hoch ist der Anteil an Firmen, die an der „Verbesserung der Customer Journey durch den Einsatz von Data Analytics“ sowie der “Entwicklung und Umsetzung von Produkt- und Service-Innovationen“ arbeitet.

Aufbau von Cloud-Plattformen

Viele Konzerne sind außerdem dabei, Cloud-Plattformen zu starten, Smart Home oder die Vernetzung von Fahrzeugen aufzubauen. 42 Prozent der befragten Kundenunternehmen wollen 2017/2018 massiv in den “Aufbau von Plattformen für die Entwicklung und Vermarktung digitaler Geschäftsmodelle“ investieren. Nach Einschätzung der Studienautoren sind viele derzeit in der Konzeptionsphase oder beschäftigen sich bereits mit Umsetzung und Erprobung. 27 Prozent der Unternehmen wollen sich über Cloud-Plattformen mit Kooperationspartnern zu Ökosystemen vernetzen.

Mehr Budgets für Beratung und Systemintegration

Laut der Studie existiert in der Mehrzahl der Unternehmen im Rahmen der Digitalisierung ein Mix aus on-Premise-Lösungen und Cloud-Sourcing. Da beides kombiniert werden muss, gibt es einen höheren Bedarf an Systemintegration und IT-Architektur für hybride Cloud-Modelle. Mehr als jedes zweite der befragten 103 Kundenunternehmen rechnet daher mit einem höheren Budget für IT-Beratung und Systemintegration. 47 Prozent wollen das Budget um bis zu 5 Prozent steigern, 7 Prozent sind bereit,  über 10 Prozent zusätzlich zu investieren. 30 Prozent planen ähnlich hohe Ausgaben wie im Vorjahr.

Mehr Geld werden die Unternehmen auch in die Anwendungsentwicklung etwa für digitale Features für bestehende Produkte oder für Software zur Umsetzung digitaler Geschäftsmodelle investieren. 24 Prozent planen mit Mehrausgaben von über 5 Prozent. 38 Prozent erhöhen die Ausgaben um bis zu 5 Prozent. Aktuell geben nach Einschätzung der Studienautoren besonders Industrieunternehmen und Logistiker viel für die Entwicklung von IoT-Anwendungen aus. Damit werden zum Beispiel Maschinen, Anlagen und Transportgüter über Sensoren an Cloud-Plattformen angebunden und überwacht.

Großer Handlungsdruck durch EU-DSGVO

Die neue Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) gilt ab Mai 2018, der dort verankerte Schutz der kundenbezogenen Daten sorgt bei vielen Unternehmen für Handlungsdruck. Denn für die digitalen Geschäftsmodelle ist es in der Regel notwendig, Daten zu sammeln und zu analysieren. Unter anderem auch aus diesem Grund werden viele in die “Automatisierung von Geschäftsprozessen“ und “IT Security“ investieren. Ein weiterer Investitionsschwerpunkt liegt bei 41 Prozent der befragten Unternehmen in Projekten zur Analyse des Kundenverhaltens, zur Neugestaltung der digitalen Customer Journey und dem modernen und intuitiven Design von Webseiten und Apps.

Für die Lünendonk-Studie 2017 “Führende IT-Beratungs- und IT-Service-Unternehmen in Deutschland“ wurden auch in diesem Jahr neben über 90 Anbieterunternehmen 103 IT-Verantwortliche aus dem gehobenen Mittelstand sowie aus Großunternehmen und Konzernen mit mindestens 2.500 Mitarbeitern befragt. 43 Prozent dieser Anwenderunternehmen erwirtschaften mehr als eine Milliarde Euro Umsatz und haben folglich signifikante IT-Ausgaben. Weitere 40 Prozent der untersuchten Anwenderunternehmen verzeichneten 2016 zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Euro Umsatz. Die wissenschaftliche Begleitung hat Prof. Dr. Peter Buxmann, Inhaber des Lehrstuhls Wirtschaftsinformatik der TU Darmstadt, übernommen.

io

Veröffentlicht am: 29.08.2017

 

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