Chinesische Unternehmen investieren 12,6 Milliarden US-Dollar in Deutschland

EY Studie

Deutschland ist ein beliebtes Ziel für chinesische Investoren: 2016 gab es 68 Zukäufe, damit stieg die Zahl der Transaktionen um 70 Prozent. Auch in Europa gab es mehr Transaktionen als je zuvor. Dies fand Ernst & Young (EY) in einer Studie heraus.

Auf dem Vormarsch: Chinesische Investoren haben großes Interesse an deutschen Unternehmen. (Bild: Jenner - fotolia.com)

Auf dem Vormarsch: Chinesische Investoren haben großes Interesse an deutschen Unternehmen. (Bild: Jenner - fotolia.com)


Chinesische Unternehmen wollen neue Geschäftsfelder schließen und sich stärker im High-Tech-Segment positionieren – das sind nach Einschätzung der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY u.a. die Gründe für das große Interesse an europäischen und deutschen Unternehmen. Die Zahl der Transaktionen stieg sowohl in Europa (um 48 Prozent) als auch in Deutschland (um 70 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr stark an. Dabei ist nicht nur das Interesse hoch, sondern auch die Bereitschaft, große Summen zu zahlen. Allein das Transaktionsvolumen in Deutschland wuchs von 530 Millionen US-Dollar in 2015 auf 12,6 Milliarden US-Dollar. EY weist darauf hin, dass die tatsächliche Investitionssumme höher ist. Denn nur für jede zweite Transaktion liegen Angaben zum Transaktionsvolumen vor. Ein besonderer Fokus der chinesischen Investoren liegt auf Industrieunternehmen (Anzahl Akquisitionen: 28), gefolgt von Medizin- und Healthcare-Firmen (11) sowie Energiekonzernen (7).

Leichter Rückgang im zweiten Halbjahr

Das Interesse der Chinesen an Transaktionen bleibe weiterhin hoch, so schätzt es ein EY-Sprecher ein – auch wenn die Anzahl im zweiten Halbjahr einen leichten Rückgang verzeichnet habe. Begründet sei dies im schwierigeren Umfeld: Zum einen zeigen sich Politik und Gewerkschaften in Deutschland besorgt, bestimmte Schlüsselindustrien sollen geschützt werden. Zum anderen sieht die chinesische Regierung große Übernahmen im Ausland aktuell ebenfalls kritischer. Man wolle einen zu hohen Abfluss von Kapital vermeiden und eine Abschwächung der chinesischen Währung nicht riskieren.

Doch in Deutschland gebe es weiterhin eine große Anzahl an begehrten Unternehmen, so EY weiter. Auch die Übernahme eines deutschen Großkonzerns sei für die Chinesen interessant, in der Vergangenheit haben bereits Gespräche mit DAX-Unternehmen stattgefunden. Zudem könne der Brexit die Attraktivität des Standorts Deutschland weiter erhöhen; in vielen chinesischen Unternehmen wird erwogen, die Europa-Zentrale von Großbritannien nach Deutschland zu verlegen. Vor diesem Hintergrund mag sich auch die vergleichsweise geringe Zahl an chinesischer Übernahmen in Großbritannien erklären: Sie stieg vergleichsweise gering gestiegen um 18 Prozent.

Die Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young EY untersuchte die M&A-Investitionen chinesischer Unternehmen in Deutschland und Europa.

io

Veröffentlicht am: 25.01.2017

 

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