Cyberkriminalität bedroht internationale Transportketten

Oliver Wyman Analyse

Am 27. Mai 2017 ist es zu einer erneuten weltweit angelegten Cyberattacke gekommen. Wieder war die Transport- und Logistikbranche betroffen. Mit der zunehmenden Digitalisierung der Prozesse innerhalb der Branche wachsen die Risiken, so eine Oliver Wyman-Analyse.

Nachdem im Mai unter anderem mehrere Hundert Computer der Deutschen Bahn vom Erpresser-Virus WannaCry befallen wurden waren, hat es mit Maersk abermals ein Unternehmen aus der Logistik-Branche getroffen. Die größte Containerschiffreederei der Welt meldete globale IT-Ausfälle, auch deutsche Firmen sind betroffen. Scheinbar handelt es sich abermals um einen Hackerangriff mit Verschlüsselungssoftware.

Das verdeutlicht wie die Logistik-Branche vermehrt zur Zielscheibe von hochspezialisierten Hackern wird. Die zunehmende Digitalisierung der Prozesse bei Verladern, Spediteuren, Transportunternehmen und Infrastrukturbetreibern macht die Branche angreifbar; die Gefahr von Datenmissbrauch und –klau wächst.

Schäden durch Cyberkriminalität

Der weltweiten Logistik-Branche drohten bis 2020 rund sechs Milliarden Euro an Schäden durch Cyberkriminalität, warnt die Analyse von Oliver Wyman. In Deutschland könne sich der Schaden auf 450 Millionen Euro belaufen.

Für das Jahr 2017 rechnen die Analysten mit bis zu drei Milliarden Euro Schadensvolumen. Wobei hier lediglich die direkten Kosten von Hacking-Angriffen und Datenlecks mitinbegriffen sind. Indirekte Kosten wie langfristige Reputationsschäden oder Verluste geistigen Eigentums sind dabei nicht berücksichtigt.

Sicherheit durch Zusammenspiel von Mensch und Technik

Cyber-Bedrohungsszenarien bestehen nicht ausschließlich aus veralteten Firewalls. Denn neben den technischen Schutzvorrichtungen müssten die Mitarbeiter gezielt auf potenzielle Risiken vorbereitet werden. So könne ihr Bewusstsein für die Gefahren geschärft und ihr Wissen um die Möglichkeiten der Cyber-Kriminalität verbessert werden, so Experten von Oliver Wyman.

Die Experten sehen jedoch auch Chancen: Unternehmen, denen es gelänge die Sicherheit von physischer Transportkette und Datenfluss zu gewährleisten und die Cyber-Sicherheit zu einem Teil ihres Angebotsportfolios machten, könnten sich im Wettbewerb abheben.

jvdm

Veröffentlicht am: 28.06.2017

 

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