Das Geschäftsklima in der Beratung sinkt zum zweiten Mal in Folge

BDU Geschäftsklima-Index

Die Unsicherheit bezüglich der weiteren Konjunkturentwicklung ist auch in der Consultingbranche angekommen. Der vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen erhobene Geschäftsklimaindex sinkt zum zweiten Mal in Folge, auch wenn der Wert noch immer recht hoch liegt.

Der Ausblick in der Consultingbranche trübt sich ein, das Niveau bleibt aber noch hoch. (Bildnachweis: picture alliance/dpa | Federico Gambarini)

Unsicherheit kommt in der Branche an

Kurz vor Ostern hat der Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen die neuesten Zahlen der vierteljährlich erhobenen Geschäftsklimabefragung veröffentlicht. Demnach ist die Geschäftslage in der Branche noch immer hervorragend, aber der Blick auf die Zukunft trübt sich merklich ein.

„Durch den Ukraine-Krieg wächst auch in unserer Branche die Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Konjunkturentwicklung. Der zeitliche Verlauf und die möglichen wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Kunden, die nicht zuletzt aus politischen Entscheidungen entstehen können, sind schwer absehbar“,

kommentiert BDU-Präsident Ralf Strehlau die Ergebnisse des ersten Quartals 2022.

Bei den meisten Häusern bleiben die Planungen bestehen

Dennoch bleiben knapp 80 Prozent der befragten Unternehmen trotz wachsender Unwägbarkeiten bei ihren bisherigen Umsatzplanungen für 2022. Das liegt unter anderem daran, dass die meisten Häuser bislang hervorragend ins Jahr gestartet sind, so dass die Planungen lediglich um durchschnittlich -2,4 Prozent angepasst wurden. Kleinere Unternehmensberatungen korrigieren ihre Erwartung (-3,5 Prozent) stärker nach unten an als mittelgroße und große Consultingfirmen (-1,5 Prozent bzw. -1,3 Prozent). Bei etwas mehr als der Hälfte – 54 Prozent – sind bislang noch keine Beratungsmandate unmittelbar von den Auswirkungen des Ukraine-Krieges betroffen. Dies gilt überraschenderweise für große Häuser weniger als für kleinere Beratungen.

Das Niveau liegt noch deutlich über dem Ifo-Index, der Trend geht aber in die gleiche Richtung. (Abbildung: BDU)

Der Trend geht nach unten, das Niveau ist aber noch gut

Im Unterschied zum ifo-Geschäftsklimaindex, der nach der gleichen Systematik wie derjenige des BDU erhoben wird, liegt die Geschäftserwartung der Beratungshäuser immer noch auf einem deutlich höheren Niveau. Allerdings ist der Abwärtstrend beider Indizes vergleichbar, auch der Geschäftsklimaindex des BDU ist erneut gesunken.

Der Geschäftsklima-Indexwert ist im Vergleich der beiden Quartale 4/2021 und 01/2022 in allen Größenklassen gesunken. Am stärksten fiel der Rückgang bei den großen Consultingfirmen mit über 50 Millionen Euro Umsatz aus (von 120,9 auf 107,3 ).

Bei den Geschäftsaussichten ist der Anteil der Häuser, die in den kommenden sechs Monate eine noch günstigere Geschäftsentwicklung erwarten, merklich auf 34 Prozent gesunken (Anteil Q 4/2021: 48 Prozent).15 Prozent rechnen mittlerweile mit ungünstiger werdenden Geschäftsaussichten, im letzten Quartal 2021 hatten dies lediglich 6 Prozent angegeben. Dabei bewerten vor allem große Consultingfirmen die kommenden sechs Monate skeptischer.

Erhebungsmethode Onlinebefragung
Befragte Zielgruppe Consultants aus der gesamten Consultingbranche
Stichprobengröße n = 382
Feldzeit 29. März bis 4. April 2022
Land Deutschland

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