Dax-Konzerne: Gewinne steigen um 25 Prozent

EY Analyse

Die meisten Dax-Konzerne verbuchen in 2016 Rekordgewinne. Dennoch könnte vielen ein turbulentes Jahr bevorstehen, die Herausforderungen im Kontext der Digitalisierung sorgen zusätzlich für Unsicherheiten, die bewältigt werden wollen. Das analysierte Ernst & Young.

Die Dax-Konzerne können sich mehrheitlich über satte Gewinne freuen. (Bild: Kurt Kleemann - fotolia.com)

Die Dax-Konzerne können sich mehrheitlich über satte Gewinne freuen. (Bild: Kurt Kleemann - fotolia.com)

In 2016 stieg der operative Gewinn der Dax-Unternehmen auf 114,2 Milliarden Euro. Und legte somit im Vergleich zu 2015 (91,5 Milliarden Euro) kräftig zu. Im vierten Quartal konnten die Konzerne ein Umsatzwachstum von vier Prozent verbuchen. Das im Vergleich zum Gewinn eher geringe Umsatzplus liegt im Verkauf des BASF-Gashandels an Gazprom begründet. Dies führte zu einem Umsatzrückgang, beide Unternehmen erreichten außerdem nur eine schwache Umsatzentwicklung. Deutliches Wachstum verzeichnen Vonovio (+ 23 Prozent), Merck und ProSiebenSat.1 (jeweils +17 Prozent).

Daimler Spitzenreiter bei Gewinnen

Insgesamt 22 Unternehmen konnten Gewinne erzielen, lediglich sieben Konzerne mussten Einbußen hinnehmen. Ein Grund für das satte Plus ist der Volkswagen-Konzern, der nach einem verlustreichen Jahr 2015 (- 4,1 Milliarden Euro) nun wieder Gewinne einstreicht: 7,1 Milliarden Euro. Auch der Deutschen Bank gelang es, ihre Verluste zu reduzieren, sodass in 2016 ein Minus von 810 Millionen Euro anfiel (2015: Verlust von 6, 1 Milliarden Euro). Besonders gut schneidet Daimler ab, der Konzern verbucht ein Plus von 12,9 Milliarden Euro. Auch die Allianz glänzt mit 10,8 Milliarden Euro. Die Lage der deutschen Top-Konzerne bewerten EY-Experten insgesamt als gut, schwerer haben es Banken und die Energiebranche angesichts der aktuellen Herausforderungen.

Asien-Geschäft wächst

Die Umsätze im Asien-Geschäft wuchsen um drei Prozent und entwickelten sich damit am besten. In Europa sehen die Umsätze ebenfalls gut aus, auch wenn sie durch die BASF-Gazprom-Transaktion etwas gebremst wurden. Das bereinigte Wachstum liegt bei vier Prozent. Im USA-Geschäft fällt das Umsatzwachstum gering aus, hier sind zwei Prozent zu verzeichnen. Ey prognostiziert aber aufgrund des gesunkenen Eurokurs eine gute Entwicklung in 2017.

Turbulentes Jahr steht bevor

Insgesamt müssen sich die Dax-Unternehmen wohl auf ein turbulentes Jahr gefasst machen. Anstehende Wahlen in Deutschland, Frankreich und Italien könnten je nach Ergebnis negativen Einfluss auf die Märkte haben. Weitere Auswirkungen können Zinswende und Zinsanstieg in den USA mit sich bringen. Derzeit stehen viele Dax-Konzerne vor einem Umbruch. In ihren Branchen finden massive Veränderungen statt, viele müssen auf veränderte regulatorische und politische Rahmenbedingungen reagieren. Parallel bauen viele Unternehmen ihre Geschäftsmodelle um, initiieren Spar- und Effizienzsteigerungsprogramme und versuchen sich mit Zukäufen besser zu positionieren. Das treibt die Kosten. Aktuell sieht es bei den liquiden Mittel jedoch noch gut aus: Rund 90,8 Milliarden Euro – fünf Prozent mehr als 2015 – sind vorhanden.

Veröffentlicht am: 16.03.2017

 

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