DAX-Konzerne: Hohe Dividendenausschüttungen trotz schlechter Gewinnentwicklung

Ernst & Young

Jeder zweite DAX-Konzern schüttet in diesem Jahr so viel Geld an seine Aktionäre aus wie nie zuvor, so eine Analyse von Ernst & Young (EY). Welche Unternehmen können das stärkste Plus verzeichnen?

Jeder zweite DAX-Konzern schüttet in diesem Jahr Rekordsummen an seine Aktionäre aus. (Bild: Oleksiy Mark - Thinkstock)
Jeder zweite DAX-Konzern schüttet in diesem Jahr Rekordsummen an seine Aktionäre aus. (Bild: Oleksiy Mark - Thinkstock)

Insgesamt zahlen die 29 Unternehmen, die bislang Angaben zu ihrer Dividende gemacht haben, 29,2 Milliarden Euro an ihre Anteilseigner aus – das sind sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Volkswagen hat noch keinen Geschäftsbericht und keinen Dividendenvorschlag veröffentlicht. Sollte Volkswagen die Dividende halbieren – von 4,80 auf 2,40 Euro je Stammaktie –, würde die Gesamtausschüttung aller DAX-Konzerne in diesem Jahr um 1,7 Prozent steigen, so die Berechnung von EY. Im Fall einer kompletten Streichung der Volkswagen-Dividende läge die Gesamtausschüttung der DAX-Unternehmen in diesem Jahr allerdings um 2,1 Prozent niedriger als im Vorjahr, als die DAX-Unternehmen insgesamt 29,8 Milliarden Euro an ihre Aktionäre zahlten. Fest steht aber schon jetzt, dass in diesem Jahr bei 15 DAX-Unternehmen die Dividende so hoch ist wie nie zuvor in der Unternehmensgeschichte, so EY.

Größter Dividendenzahler Deutschlands ist 2016 der Autokonzern Daimler, der die Ausschüttungssumme um ein Drittel auf knapp 3,5 Milliarden Euro erhöht und damit den Versicherungskonzern Allianz (3,3 Milliarden Euro, plus sieben Prozent) auf den zweiten Platz verdrängt.

Immerhin 24 Unternehmen schlagen ihren Aktionären in diesem Jahr eine höhere Dividende als im Vorjahr vor, zwei davon – Commerzbank und Lufthansa – zahlen erstmals nach einer Nullrunde im Vorjahr wieder eine Dividende. Auf das stärkste Plus können sich die Aktionäre von HeidelbergCement und Vonovia freuen: Der Baustoffkonzern erhöht die Ausschüttung um 73 Prozent auf 244 Millionen Euro, das Wohnungsbauunternehmen verdoppelt die Ausschüttungssumme sogar von 212 auf 438 Millionen Euro.

Weniger als im Vorjahr erhalten in diesem Jahr nur die Aktionäre von zwei Unternehmen: Bei der Deutschen Bank gehen die Aktionäre nach einem Konzernverlust von 6,8 Milliarden Euro vollständig leer aus, RWE streicht die Dividende für die Stammaktionäre komplett, die Vorzugsaktionäre erhalten eine Mini-Dividende von 0,13 Euro je Aktie (Vorjahr: 1,0 Euro). Die Ausschüttungssumme schrumpft bei RWE um 99 Prozent von 615 auf 5 Millionen Euro.

Die insgesamt steigenden Dividendenausschüttungen stehen in deutlichem Gegensatz zur Gewinnentwicklung der DAX-Unternehmen. Der gesamte Jahresüberschuss der 29 DAX-Konzerne lag im vergangenen Geschäftsjahr bei 50,8 Milliarden Euro, ein Rückgang um 10,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was laut EY auf die hohen abschreibungsbedingten Verluste bei E.ON und der Deutschen Bank zurückzuführen ist. Die Ausschüttungsquote – der Anteil der Dividendenausschüttungen an den Konzerngewinnen – erhöht sich entsprechend kräftig von 48,4 auf 57,4 Prozent. Ohne die Sonderfälle E.ON und Deutsche Bank liegt die Ausschüttungsquote hingegen bei 43,7 Prozent – nach 43,8 Prozent im Vorjahr.

In diesem Jahr setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort, dass immer mehr Unternehmen ihre Dividende erhöhen: 24 Unternehmen zahlen ihren Aktionären in diesem Jahr mehr Dividende als im Vorjahr. 2015 und 2014 hatten 21 bzw. 19  Unternehmen die Dividende erhöht.

mr

Veröffentlicht am: 30.03.2016

 

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