DAX-Konzerne: Rekordwert bei Prognose-Korrekturen

EY-Studie

So häufig wie 2016 haben DAX-Konzerne ihre Prognose noch nicht korrigiert. Warnungen sind seltener als Aufwärtskorrekturen - trotz des Brexit-Votums und der US-Präsidenschaftswahl. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Wirtschafts- und Beratungsunternehmens EY.

Eine Korrektur der Prognose wirkte sich immer auch auf den Aktienkurs aus. (Bild: Rawpixel.com - fotolia.com)

Eine Korrektur der Prognose wirkte sich immer auch auf den Aktienkurs aus. (Bild: Rawpixel.com - fotolia.com)


Insgesamt wurden 67 Gewinn- oder Umsatzwarnungen (44 Prozent) in 2016 gezählt, dem stehen 87 Aufwärtskorrekturen (56 Prozent) gegenüber. Während die Zahl der Prognosekorrekturen im Prime Standard um etwa ein Viertel zurückging (von 200 auf 154), erwiesen sich Prognosen der DAX-Konzerne als unzuverlässiger. Die Anzahl der Korrekturen erreichte hier mit insgesamt 24 Anpassungen den höchsten Stand seit 2011. EY untersuchte auch die Auswirkungen einer Korrektur auf den Aktienkurs des jeweiligen Unternehmens. Eine Gewinnwarnung führte dazu, dass der Aktienkurs um durchschnittlich sechs Prozent sank. Veröffentlichte das Unternehmen eine Aufwärtskorrektur, ging damit ein durchschnittlicher Anstieg von vier Prozent einher.

Belastbare Prognosen aktuell schwierig

Derzeit sei es für große Konzerne besonders schwierig, belastbare Prognose zu erstellen, so ein Sprecher von EY. Begründet sei dies in der wirtschaftlichen und politischen Gesamtlage. Plötzlich auftretende neue Entwicklungen und deren Auswirkungen sind für die Unternehmen schwer einzuschätzen. Dies werde zum Beispiel angesichts des Brexit-Votums und des Ergebnisses der US-Präsidentschaftswahl deutlich. Die britische Wirtschaft entwickelt sich trotz des Votums stark, ein befürchteter Einbruch blieb bislang aus. Und die Politik der Trump-Administration könne in Deutschland sowohl zu einer konjunkturellen Belebung als auch zu Einbußen führen – etwa durch den Aufbau neuer Handelshemmnisse.

Dass die Prognosen dennoch häufig nach oben korrigiert werden müssen, kann in verschiedenen Faktoren begründet sein: der gesunkene Eurokurs unterstützt exportstarke Unternehmen, das niedrige Zinsniveau hilft ihnen dabei, zu investieren, darüber hinaus sind die öffentlichen und privaten Konsumausgaben weiterhin hoch.

Für die Analyse untersuchte EY die Korrekturen an Gewinn- und Umsatzprognosen von 2011 bis 2016 bei allen 302 Unternehmen aus dem Prime Standard der Frankfurter Börse.

io

Veröffentlicht am: 13.02.2017

 

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