DAX-Vorstandsvergütung 2015: Leichter Anstieg bei großer Spannweite

Willis Towers Watson

Die Vergütung der 21 DAX-Vorstandsvorsitzenden, die ihre Zahlen bis 11. März 2016 vorgelegt haben, ist im Geschäftsjahr 2015 um ein Prozent auf durchschnittlich 4,9 Mio. Euro gestiegen. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Willis Towers Watson.


Zwischen den Vergütungen der DAX-Vorstandsvorsitzenden bestehen allerdings erhebliche Unterschiede, so die Studie. So verdiente der Vorstandsvorsitzende von K+S, Norbert Steiner, im Geschäftsjahr 2015 rund 2,3 Mio. Euro. Am oberen Ende der Spanne befindet sich Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender von Daimler. Seine Bezüge beliefen sich auf etwa 9,7 Mio. Euro. Mit rund 4,9 Mio. Euro liegt Deutsche-Telekom-CEO Timotheus Höttges genau im Durchschnitt. Aus Sicht der Autoren sind diese teils großen Spannbreiten keine Überraschung, da sich die DAX-Unternehmen hinsichtlich ihrer Geschäftsmodelle, Geschäftszweige und Größe stark unterscheiden. Unterschiedliche Entwicklungen in verschiedenen Branchen führen daher zu unterschiedlichen Niveaus bei den Vergütungen.

Langfristig-erfolgsorientierte Vergütung

Zu den typischen Vergütungselementen eines DAX-Vorstandsvorsitzenden – der sogenannten Direktvergütung – gehören die Grundvergütung, der Bonus (aufgeschoben und sofort ausbezahlt) und die langfristig variable Vergütung. Ein nachhaltiger und langfristiger Erfolg des Unternehmens ist im Interesse der Aktionäre. Deshalb empfiehlt Willis Tower Watson, einen Dreiklang aus fester, kurzfristig und langfristig variabler Vergütung im Sinne von Pay for Performance anzuwenden.

Unterschiede bei der Vergütung je nach Betrachtungsweise

Neue Auswertungsmöglichkeiten der in den Geschäftsberichten veröffentlichten Vergütungstabellen ergeben sich aus dem Vergleich der "gewährten Direktvergütung" mit der "erwarteten Direktvergütung" und der "ausbezahlten Direktvergütung". Hier zeigen sich Verschiebungen in der deutschen Top 5. Beispiel: Daimler-CEO Zetsche liegt mit 9,68 Mio. EUR bei der "erwarteten Direktvergütung" auf Platz eins, gefolgt von Merck-Chef Karl-Ludwig Kley mit 7,74 Mio. EUR und Joe Kaeser von Siemens mit 6,43 Mio. EUR.

Bei der "gewährten Direktvergütung" geht Platz eins an Jürgen Fitschen von der Deutschen Bank (9,10 Mio. EUR), während Zetsche (7,11 Mio. EUR) und Rice Powell von Fresenius Medical Care (6,83 Mio. EUR) auf den Plätzen zwei und drei landen. Eine "ausbezahlte Direktvergütung" von 13,18 Mio. EUR beschert Zetsche erneut die Pole Position, doch die Plätze zwei und drei gehen bei dieser Betrachtungsweise an Dr. Frank Appel von der Deutschen Post (7,69 Mio. EUR) und Dr. Marijn Dekkers von Bayer (7,67 Mio. EUR). Dass die Vergütung mit dem Unternehmenserfolg deutlich schwankt, zeigt sich dieses Jahr besonders am Beispiel der Deutschen Bank: Demnach kommt Fitschen zwar auf die genannte Top-Platzierung bei der "gewährten Direktvergütung", rangiert aber bei der "erwarteten Direktvergütung" mit 3,8 Mio. EUR auf dem zurzeit fünftletzten Platz.

Höhere Vergütungen in Europa und den USA üblich

Im Vergleich zu Vorständen in anderen europäischen Ländern und den USA verdienen Unternehmenslenker in Deutschland weniger. So vergüteten die "Big Player" aus Deutschland, die im europäischen Dow Jones STOXX Europe 50 gelistet sind, ihre Vorstandsvorsitzenden 2015 mit durchschnittlich 5,7 Mio. Euro – ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (5,9 Mio. Euro). Hingegen gewähren die nicht-deutschen Unternehmen im selben Index ihren Vorstandsvorsitzenden eine Vergütung in Höhe von durchschnittlich rund 6,9 Mio. Euro. Die CEOs der im US-Index Dow Jones Industrial gelisteten Unternehmen erhielten für 2015 durchschnittlich etwa 17,1 Mio. Euro (Angaben auf Basis der für 2015 bereits veröffentlichten Geschäftsberichte). Die durchschnittliche Vergütung eines CEOs in den USA liegt deutlich über deutschem und europäischem Niveau. Dort sind weit höhere Vergütungen üblich und kulturell begründet, so die Studienautoren.

Zur Studie:
Die Untersuchung mit dem Titel "Vorstandsvergütung im DAX 2015" basiert auf den Angaben der einzelnen Geschäftsberichte von 21 DAX-Unternehmen.

mr 

Veröffentlicht am: 15.03.2016

 

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