Deutsche Autobauer abhängig von Fernost

EY-Studie zu Automarkt China

Vor allem dank des chinesischen Absatzmarktes konnten deutsche Autokonzerne in 2017 Rekorde vermelden. Weltweit legten ihre PKW-Verkäufe um fünf Prozent auf 15,4 Millionen Fahrzeuge zu. Auf China entfielen davon allein 5,4 Millionen Neuwagen.

 

Der Absatz deutscher Hersteller wuchs im letzten Jahr allein in China um acht Prozent. Außerhalb Chinas ließ sich das Geschäft dagegen nur um drei Prozentpunkte steigern. Entsprechend wächst die Bedeutung Chinas für die deutsche Autoindustrie. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Unternehmensberatung EY.

Über ein Drittel (34,9 Prozent) des gesamten PKW-Absatzes von Volkswagen, BMW und Daimler entfielen 2017 auf China. Ein Jahr zuvor lag der Anteil noch bei 33,9 Prozent, vor fünf Jahren bei 27,0 Prozent. Besonders Volkswagen ist in China präsent: Vier von zehn weltweit verkauften Autos werden an chinesische Kunden ausgeliefert (im Vorjahr: 39 Prozent. Bei Daimler sind es 2017 25 Prozent (2016: 22 Prozent), bei BMW 24 Prozent (2016: 22 Prozent).

Peter Fuß: Wachstum von drei bis vier Prozent möglich

Für Peter Fuß, Partner bei EY, ist das Absatzpotenzial in China damit noch lange nicht ausgereizt: "Noch immer besitzen verhältnismäßig wenige Chinesen ein Auto – auch im Vergleich zu anderen Schwellenländern. Und die kaufkräftige Mittelschicht wird immer größer." Dafür spricht auch die steigende Motorisierungsrate im Reich der Mitte. Nach EY-Berechnungen stieg sie bis zum Ende 2017 auf 13,0 - zum Vergleich: In Deutschland lag sie Ende 2017 bei 55,5 – also mehr als viermal so hoch. Auch deshalb zeigt sich Fuß optimistisch für das Jahr 2018. Zwar seien die Zeiten des ungebremsten Wachstums in China vorbei, ein Wachstum von drei bis vier Prozent hält der Berater jedoch für möglich. 

Zehn-Prozent-Quote ab 2019

Der chinesische Markt ist nicht ohne Herausforderungen. Angetrieben von staatlichen Vorgaben steht die Elektromobilität vor dem Durchbruch. Ab 2019 gilt eine Zehn-Prozent-Quote für Elektroautos. Von deren Erfüllung seien deutsche Autokonzerne derzeit jedoch noch weit entfernt, so Fuß. Dafür müssten die Konzerne ihr Angebot an erschwinglichen Hybrid- bzw. reinen Elektroautos deutlich ausbauen. Dass die deutschen Autobauer diesen Zug nicht verpassen werden, ist sich Fuß sicher - "auch wenn dazu Milliarden-Investitionen nötig sind."

Veröffentlicht am: 29.01.2018

 

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