Deutsche Digitalwirtschaft von Umsatzeinbußen bedroht

Bitkom warnt vor Brexit

Die ökonomischen Folgen eines möglichen Brexits für die Bundesrepublik sind bislang kaum absehbar. Auch die deutsche Digitalwirtschaft schaut am Donnerstag mit Spannung nach Großbritannien. Schließlich ist das Königreich einer der wichtigsten Handelspartner der Branche.


Am 23. Juni entscheiden die Briten über ihren Verbleib in der Europäischen Union – und halten damit auch Deutschland in Atem. Schließlich sind die Bundesrepublik und das Vereinigte Königreich wirtschaftlich auf zahlreichen Ebenen miteinander verflochten. Dies gilt auch für die deutsche Digitalwirtschaft, für die Großbritannien seit Jahren einer der wichtigsten Handelspartner ist. So wurden laut einer Bitkom-Analyse allein im vergangenen Jahr ITK-Produkte und Unterhaltungselektronik im Gesamtwert von 2,9 Milliarden Euro ins Königreich exportiert. Dies entspricht 8 Prozent der gesamten ITK-Ausfuhren aus Deutschland, sodass sich Großbritannien knapp hinter Frankreich als zweitwichtigster Exportmarkt für die Branche etabliert hat.

Phase der Unsicherheit droht

Angesichts dieser enormen Bedeutung des britischen Markts für die deutsche Digitalbranche steht auch für deutsche Unternehmen einiges auf dem Spiel, wenn die Briten am Donnerstag den Gang zu den Wahlurnen antreten – zumal auch im ersten Quartal 2016 wieder ITK-Waren und Unterhaltungselektronik im Wert von 626 Millionen Euro nach Großbritannien geliefert wurden. "Sollte es wirklich zu einem Brexit kommen, hängt alles davon ab, wie die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Ländern danach vertraglich geregelt werden, etwa was den freien Austausch von Waren und Dienstleistungen angeht. Jedes Hemmnis für einen freien Austausch von Waren birgt die Gefahr, dass es auch zu Umsatzverlusten bei deutschen Anbietern kommt", warnt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Exporte der Digitalwirtschaft gehen leicht zurück

Daher erhofft sich die Digitalbranche vom EU-Referendum der Briten in dieser Woche ein klares Bekenntnis zu Europa. Immerhin stand der deutsche ITK-Export im ersten Quartal des Jahres insgesamt ein wenig unter Druck. So sind die Gesamtexporte von ITK-Produkten und Unterhaltungselektronik von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro zurückgegangen. Rückläufig war dabei vor allem die Nachfrage nach IT-Hardware, die um 8 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro fiel. Der Bereich Unterhaltungselektronik konnte hingegen zulegen: Die Ausfuhren kletterten um 3 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Positiv entwickelte sich zudem die Sparte Kommunikationstechnik, die um 2 Prozent auf 3,2 Milliarden wuchs.

tt

Veröffentlicht am: 20.06.2016

 

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