Deutsche Energieanbieter punkten bei Datenerhebung und -sicherheit

Deloitte

Laut Deloitte-Studie bevorzugen 66 Prozent der Deutschen einen nationalen Anbieter, wenn es um Datensicherheit geht. Wodurch dieser Vertrauensvorsprung der deutschen Anbieter entsteht, wird im Rahmen der Untersuchung dargelegt.

Deutsche Energieanbieter punkten bei Datenerhebung und -sicherheit. (Bild: Wolfisch - fotolia.com)
Deutsche Energieanbieter punkten bei Datenerhebung und -sicherheit. (Bild: Wolfisch - fotolia.com)

Mehr als zwei Drittel der Haushaltskunden beziehen ihren Strom bei einem örtlichen Versorger, so die Studie von Deloitte. Aber gerade die kleinen Anbieter und Stadtwerke sehen noch große Probleme bei der verpflichtenden Einführung von Smart Metering nach dem neuen Messstellenbetriebsgesetz. Auch Verbraucher stehen der Datenerhebung und -übermittlung häufig skeptisch gegenüber. Dabei bietet die (nahezu) Echtzeitübermittlung der Verbrauchs- und Einspeisedaten laut den Studienautoren auch Vorteile: Haushalte könnten Energie sparen, wenn diese bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt werden kann. Das gilt vor allem, wenn die intelligenten Messsysteme (iMSys) in Smart-Home-Konzepte integriert werden. 73 Prozent der Anbieter wollen solche Lösungen daher mit aufnehmen.

Deutsche Anbieter haben einen Vertrauensvorsprung bei Verbrauchern, den sie strategisch und kommunikativ nutzen sollten, so Deloitte. Stadtwerke könnten beispielsweise mit örtlicher Präsenz und einem direkten Ansprechpartner punkten und das hohe Sicherheitsniveau herausstellen.

Smarte Verbrauchsmessung unter Skepsis

Smart Meters, die laut Gesetz flächendeckend installiert werden sollen, sind wesentliche Grundbausteine eines intelligenten, datengetriebenen Energienetzes. Die Geräte (moderne Messeinrichtungen) messen kontinuierlich den individuellen Verbrauch, senden alle 15 Minuten verschlüsselte Informationen über ein Smart-Meter-Gateway (SMGW) an den Versorger. Damit tragen die Geräte zur Integration der erneuerbaren Energien und damit auch (daten-)sicheren Umsetzung der Energiewende in den einzelnen Haushalten bei.

Bei der Einführung der intelligenten Messstellen herrscht vor allem wegen Datenerhebung und -sicherheit Skepsis in der Bevölkerung. 66 Prozent würden laut Studie deshalb einen deutschen Anbieter bevorzugen (44 Prozent in jedem Fall, 22 Prozent bei vergleichbarem Angebot). Nur für 12 Prozent spielt die Herkunft des Versorgers in Bezug auf Datenschutz keine Rolle. Die Messwerte können außerdem vor dem Versenden verschlüsselt, anonymisiert und über mehrere Haushalte hinweg zusammengefasst werden. Neue Sicherheitskonzepte des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erhöhen daher den Schutz der Privatsphäre und verhindern Manipulation am Zähler, so Deloitte.

Strategie variiert je nach Netzbetreiber

Die Pläne der Netzbetreiber zur Umsetzung sind höchst unterschiedlich. Die 884 Netzbetreiber und damit grundzuständige Messstellenbetreiber (gMsb) in Deutschland müssen sich laut den Studienautoren an die geografischen Voraussetzungen ihres Versorgungsgebiets anpassen. Die Motivation, als Smart-Meter-Gateway-Administrator (SMGA) aktiv zu werden, ist bei mittelgroßen und großen Netzbetreibern am größten. Kleine Netzbetreiber schrecken Risiken wie Koordinations- und Kapitalaufwand ab, daher wollen 43 Prozent der Befragten weder allein noch in Kooperation Messstellenbetreiber bleiben.

Neue Geschäftsfelder enstehen

Vor allem die Kommunikation über ein bidirektionales Netzwerk als Voraussetzung für eine smarte Energieversorgung erschließt den Beteiligten neue Geschäftsfelder bei Technologien und Dienstleistungen. 73 Prozent der befragten Anbieter planen konkrete Aktivitäten in den Segmenten Smart Home, dezentrale Erzeugung und Energiespeicher, während die datengetriebene Systemebene vorrangig in Konsortien umgesetzt werden soll.

Zur Studie:
Im Rahmen der Studie "Smart Grid 2016" von Deloitte wurden 109 Netzbetreiber, Hersteller und Dienstleister befragt. Kernthemen waren Chancen und Risiken der Gateway-Administration sowie mögliche Strategiepfade für Energieversorger.

mr

Veröffentlicht am: 18.02.2016

 

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