Deutsche Manager: Korruption ist verbreitet

EY Studie

Bestechung und Korruption sehen wieder mehr deutsche Manager als verbreitet an. Das zeigen die Ergebnisse einer EY-Studie, für die weltweit Manager befragt wurden. Ein Viertel der deutschen Teilnehmer würde für die Karriere außerdem unethisch handeln.

Korruption und Bestechungen sehen wieder mehr Manager in Deutschland als verbreitet an. (Bild: M.Schuppich - fotolia.com)

Korruption und Bestechungen sehen wieder mehr Manager in Deutschland als verbreitet an. (Bild: M.Schuppich - fotolia.com)


Nachdem die Wahrnehmung zur Verbreitung von Korruption 2015 bei deutschen Managern noch rückläufig war (26 Prozent), sind nun wieder mehr Befragte der Auffassung, dass Bestechung weit verbreitet ist: 43 Prozent. Und geht es um die eigene Karriere, sind fast ein Viertel (23 Prozent) der in Deutschland befragten Manager dazu bereit, zu unlauteren Mitteln zu greifen; weltweit sind es 21 Prozent, in Westeuropa 14 Prozent. Für das vermeintliche Wohl ihres Konzerns würden nur noch vier Prozent etwa Finanzzahlen falsch darzustellen. Bargeld für die Erteilung von Aufträgen würden elf Prozent annehmen. Im Ländervergleich steht Deutschland aber immer noch relativ gut da. Im Durchschnitt aller befragten Länder in Europa, Afrika, dem Nahen Osten und Indien sind 51 Prozent der Befragten der Auffassung, dass in ihrem Land Korruption weit verbreitet ist.

Auffällig ist ebenfalls, dass Jüngere anfälliger für Korruption zu sein scheinen. Drei der Viertel der Befragten weltweit zwischen 25 und 34 Jahren denken, dass unethisches Verhalten gerechtfertigt ist, um einen Wirtschaftsabschwung des eigenen Unternehmens zu vermeiden. Der Durchschnitt bei allen Altersgruppen liegt dagegen bei knapp 60 Prozent. Jeder vierte Manager zwischen 25 und 34 war außerdem der Meinung, dass Schmiergeldzahlungen zu diesem Zweck in Ordnung sind. Insgesamt stimmte dem nur jeder sechste Befragte zu.

Verfehlungen erlebt

Mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Befragten in Deutschland gab außerdem an, selbst schon einmal Verfehlungen erlebt zu haben. Damit sie diese nicht melden, berichten 14 Prozent davon, intern Druck ausgesetzt worden zu sein. Sieben Prozent haben nachgegeben und keine Meldung gemacht. Mit Blick auf künftige Verfehlungen geben 40 Prozent an, diese in jedem Fall melden zu wollen. 25 Prozent würden es aus Loyalität den Kollegen gegenüber unterlassen, 22 Prozent sind sogar um ihre eigene Sicherheit besorgt.

Die Macher der Studie befragten die Manager auch zu sogenannten Whistleblowing-Hotlines, über die Fehlverhalten an das Unternehmen gemeldet werden kann. Diese scheint es jedoch in Deutschland nur selten zu geben. Nur sieben Prozent der Befragten wissen von einem entsprechenden System.

Für die EY-Studie wurden rund 4.100 Entscheidungsträger aus Unternehmen in 41 Ländern befragt, davon 100 aus Deutschland.

Veröffentlicht am: 12.04.2017

 

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