Deutsche Maschinenbauer fokussieren sich zu sehr auf klassische Serviceleistungen

Staufen beleuchtet Potenziale der Digitalisierung

Die digitale Transformation verändert nicht nur Unternehmensbereiche wie Produktion und Vertrieb – laut einer Studie von Staufen kann auch der Service von digitalen Innovationen profitieren. Allerdings werden diese im deutschen Maschinenbau noch zu selten umgesetzt.

Maschine (Bild: Nataliya Hora - fotolia.com)
Nur jedes zehnte Maschinenbauunternehmen hat bereits eine proaktive Servicestrategie entwickelt. (Bild: Nataliya Hora - fotolia.com)

Die Digitalisierung bietet dem Maschinen- und Anlagenbau im Industriellen Service ungeheure Potenziale. So können Hersteller bereits heute über digitale Technologien kontinuierlich maschinelle Abläufe beim Kunden überprüfen und proaktiv einschreiten, bevor technische Probleme zum Maschinenstillstand führen. Diese Möglichkeiten, die die Kundenzufriedenheit erheblich verbessern könnten, bleiben laut der Staufen-Studie allerdings meist noch ungenutzt. Demnach verfolgt nur jeder zehnte Maschinen- und Anlagenbauer (11 Prozent) präventiv Kundenabläufe. Weitere 39 Prozent haben datenbasierte Diagnosesysteme zwar bereits in ihr Portfolio integriert, setzen diese aber noch nicht vollständig ein. Bei der Mehrheit der Unternehmen (60 Prozent) sind weiterhin mehr als zwei Drittel aller Serviceaktivitäten von reaktiven Serviceeinsätzen wie der Lieferung von Ersatzteilen und der klassischen Wartung und Instandhaltung vor Ort gekennzeichnet.

Viele Unternehmen lassen Chancen ungenutzt

Somit liegen wertvolle Potenziale brach. "Unternehmen müssen erkennen, dass nicht nur Produkt-, sondern auch Serviceinnovationen ihre Zukunft bestimmen und dass der Servicebereich genauso von der Digitalisierung profitieren kann wie zum Beispiel Entwicklung, Vertrieb oder Produktion", mahnt daher Prof. Hansjörg Fromm vom Karlsruhe Service Research Institut (KSRI) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Bislang sind die meisten Betriebe allerdings noch weit davon entfernt, diese Potenziale zu heben. Stattdessen wird die Analyse des eigenen Serviceportfolios in vielen Firmen vernachlässigt: So werden in über 40 Prozent der Unternehmen neue Technologien ebenso wie Märkte und Kundenerwartungen nur sehr selten oder überhaupt nicht überprüft. "Die Studie zeigt: Insgesamt liegen im Servicegeschäft noch gewaltige, ungenutzte Potenziale", erklärt Jan Sibold, Branchenmanager Maschinen- und Anlagenbau bei Staufen. "Der erfolgreiche Wandel vom Produkt- zum Lösungsanbieter mit produktbegleitenden Services entscheidet künftig stärker denn je über den Erfolg von Unternehmen."

Zur Studie:
Für diese Studie wurden 154 Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau befragt.

tt

Veröffentlicht am: 04.11.2016

 

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