Deutsche Start-ups setzen auf internationale Mitarbeiter

Bitkom-Analyse der Belegschaften in der Start-up-Szene

Bei der Rekrutierung ihrer Mitarbeiter setzt die Mehrheit der deutschen Start-ups keineswegs nur auf einheimische Fachkräfte. Wie der Digitalverband Bitkom nun in einer Studie herausfand, beschäftigt mehr als die Hälfte (56 Prozent) internationale Mitarbeiter.

Menschen (Bild: Dreaming Andy - fotolia.com)
In vielen deutschen Start-ups wird Internationalität gelebt. (Bild: Dreaming Andy - fotolia.com)

Eine weitere Erkenntnis der Bitkom-Analyse: Je größer und erfolgreicher ein Start-up ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es auch mindestens einen Mitarbeiter aus dem Ausland zu seiner Belegschaft zählt. So beschäftigt von den Unternehmen mit 1 bis 3 Mitarbeitern nur jedes Zehnte (10 Prozent) ausländische Mitarbeiter. Bei den Start-ups mit 4 bis 9 Mitarbeitern tut dies schon mehr als die Hälfte (55 Prozent), bei Start-ups mit 10 bis 19 Beschäftigten sind es fast drei Viertel (70 Prozent) und bei größeren Start-ups ab 20 Mitarbeitern kommt so gut wie keines mehr ohne internationale Fachkräfte aus (96 Prozent). Insgesamt 39 Prozent der Unternehmen beschäftigen sogar Mitarbeiter aus dem nicht-europäischen Ausland.

Start-ups klagen über bürokratische Hürden

Nach Einschätzung von Bitkom weist dieses Ergebnis auch auf eine hohe Popularität Deutschlands unter ausländischen Bewerbern hin – ein Trend, der den Start-ups zugutekommt. "Die Start-up-Szene in Deutschland ist international orientiert und profitiert davon, dass viele gut ausgebildete und motivierte Menschen von überall auf der Welt hier leben und arbeiten wollen", erklärt Bitkom-Geschäftsleiter Niklas Veltkamp. Allerdings haben die Unternehmen bei der Rekrutierung auch mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen: "Ein großes Problem für viele Start-ups sind leider immer noch die bürokratischen Hürden und die langwierigen Prozesse bei der Einstellung von Mitarbeitern aus Nicht-EU-Ländern." Bereits im Juni hatte Bitkom eine weitere Studie veröffentlicht, aus der hervorging, dass die Suche nach passenden Fachkräften im Ausland im Schnitt deutlich länger dauert.

Flüchtlingsdebatte spielt für Personalplanung keine Rolle

Keinen Einfluss auf die Personalplanung hat aus Sicht der Mehrheit der Gründer (57 Prozent) hingegen die aktuelle Flüchtlingsdebatte. Demnach glaubt lediglich jeder Fünfte (21 Prozent), dass sich das weltoffene Image, das sich Deutschland in der Flüchtlingskrise erarbeitet habe, die Rekrutierung von ausländischen Fachkräften vereinfache. Allerdings sind auch nur 8 Prozent der Meinung, dass Demonstrationen gegen Flüchtlingsunterkünfte oder Wahlerfolge rechtspopulistischer Parteien internationale Bewerber abschrecken könnten. Stattdessen ist das Vertrauen in die eigene Internationalität groß. "Start-ups stehen für Internationalität und den grenzüberschreitenden Austausch, den das Internet ermöglicht. Englisch ist in vielen Start-ups die gängige Arbeitssprache. Welchen Pass ein Mitarbeiter hat, ist da völlig unerheblich", berichtet Veltkamp.

Zur Studie:
Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 143 Gründer von IT- und Internet-Start-ups in Deutschland befragt. Die Fragestellungen lauteten "Welchen Anteil haben ausländische Mitarbeiter an der gesamten Belegschaft Ihres Start-ups?
", "Aus wie vielen verschiedenen Nationalitäten kommen Ihre Mitarbeiter?" und zur Flüchtlingsthematik, "Welche Auswirkung hat dies für die Beschäftigung ausländischer Mitarbeiter in Ihrem Startup?".

tt

Veröffentlicht am: 10.08.2016

 

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