Deutschen Unternehmen mangelt es an digitalen Talenten

Boston Consulting Group hat Nachwuchsführungskräfte befragt

Die digitale Transformation beeinflusst die Geschäfte nahezu aller Branchen. Ob der Wandel tatsächlich gelingen wird, hängt zu wesentlichen Teilen jedoch von den Fachkräften ab, die ihn in den Unternehmen aktiv gestalten sollen.

Digitalexperte (Bild: Jacob Lund - fotolia.com)

Digitalexperten werden händeringend gesucht. (Bild: Jacob Lund - fotolia.com)


Von diesem Fachpersonal gibt es nach Ansicht vieler Nachwuchsführungskräfte allerdings noch zu wenige. So berichtet innerhalb einer gemeinsamen Studie der Boston Consulting Group (BCG) und der Zeitschrift "WirtschaftsWoche" im Rahmen des Projekts "Vordenker" mehr als jeder zweite Befragte (56 Prozent), dass die Rekrutierung einer ausreichenden Anzahl an Digitalexperten nicht immer gelinge. Ein möglicher Lösungsansatz für dieses Problem könnte in der Weiterbildung der bereits bestehenden Belegschaft bestehen – allerdings werden interne Kanäle beim Ausbau des digitalen Talentpools nur von der Hälfte der Nachwuchsführungskräfte (52 Prozent) gleichberechtigt mit externen genutzt. Mehr als vier Fünftel (86 Prozent) setzen bei der Besetzung entsprechender Stellen dagegen auf externe Talente. "Natürlich braucht es Impulse von außen. Doch kann es sich heute niemand mehr leisten, mit seinem Kompetenzprofil stehenzubleiben", warnt allerdings BCG-Senior-Partner Rainer Strack vor einer Strategie, die allein auf externe Kräfte setzt. "Mit Trends wie E-Learning, Gamification und Coding-Bootcamps hat das nächste Zeitalter der Weiterbildung längst begonnen."

Befragte erkennen mangelnde Digitalkompetenz

Allerdings ist das Vertrauen der Nachwuchsführungskräfte in die digitalen Fähigkeiten ihrer Unternehmen eher gering. So machen 77 Prozent der Studienteilnehmer innerhalb ihres Betriebs eine mangelnde digitale Qualifikation des Personals aus. Eine ebenso große Gruppe (77 Prozent) beobachtet zudem, dass es in ihrer Firma generell an Verständnis für die Herausforderungen der Digitalisierung fehlt. Zudem klagt mehr als jeder zweite Befragte (59 Prozent) über eine unzureichende Infrastruktur im eigenen Unternehmen. Daher erhoffen sich viele Nachwuchsführungskräfte, als "Digital Leader" für ihren Betrieb fungieren zu können, den insbesondere verschiedene "Soft Skills" auszeichnen. So ist für vier von fünf Umfrageteilnehmern (82 Prozent) Offenheit gegenüber der digitalen Transformation entscheidend, um diese aktiv gestalten zu können. Darüber hinaus hält eine große Mehrheit bestimmte kulturelle Rahmenbedingungen (74 Prozent) und Vertrauen zum Delegieren (66 Prozent) für wichtig. "Hard Skills" wie technisches Know-how spielen dagegen nur für eine Minderheit (30 Prozent) eine zentrale Rolle. "Ein Digital Leader überzeugt durch seine agilen Führungsqualitäten, nicht nur durch technische Skills", sagt Rainer Strack. "Das technische Fachwissen sollten vor allem die Mitarbeiter mitbringen."

Zur Studie:
Für diese Studie befragten BCG und die „WirtschaftsWoche“ 167 Nachwuchsführungskräfte in Deutschland.

tt

Veröffentlicht am: 31.10.2016

 

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