Deutscher Industrie 4.0 Index steigt weiter

Staufen analysiert Digitalisierung der Betriebe

Die Prinzipien der Industrie 4.0 fassen in Deutschland immer stärker Fuß. Wie Staufen mitteilte, kletterte der Deutsche Industrie 4.0. Index auf nun 35 Punkte. Demnach hat bereits über ein Drittel der Industrieunternehmen Erfahrungen mit der Smart Factory gesammelt.

Industrie (Bild: Nataliya Hora - fotolia.com)
Die Industrie 4.0 gewinnt in der deutschen Wirtschaft immer mehr an Bedeutung. (Bild: Nataliya Hora - fotolia.com)

Damit legte der Deutsche Industrie 4.0 Index bereits zum zweiten Mal in Folge zu: So war er 2015 von 16 auf 30 Punkte gestiegen, nun folgte ein weiteres moderates Plus um 5 Punkte. Die sich abflachende Kurve stellt aus Sicht von Staufen allerdings keinen Grund zur Besorgnis dar. "Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass sich das Tempo der digitalen Transformation im vergangenen Jahr spürbar verlangsamt hat. Dabei handelt es sich vielmehr um eine Normalisierung der Entwicklung", bewertet Senior Partner Thomas Rohrbach die Entwicklung. "Immer mehr Firmen erkennen nämlich, dass es bei Industrie 4.0 nicht darum geht, über Nacht eine komplette smarte Fabrik aus dem Boden zu stampfen, sondern das Thema geplant anzugehen."

So haben bislang lediglich 7 Prozent der deutschen Firmen ihr operatives Geschäft bereits umfassend auf die Smart Factory umgestellt. Etwa ein Drittel der Unternehmen hat bislang operative Einzelprojekte ins Leben gerufen, während weitere 40 Prozent Potenziale evaluieren oder in die Planungs- oder Testphase eingestiegen sind. Somit befasst sich inzwischen die überwiegende Mehrheit der deutschen Industrie mit dem Thema: Lediglich für 15 Prozent spielt die Industrie 4.0 bislang keine Rolle.

Industrie 4.0 erfasst immer mehr Unternehmensbereiche

Zwar spielt sich die Umsetzung der Industrie 4.0 auch weiterhin vorwiegend in produktionsnahen Feldern ab, doch mittlerweile werden zunehmend auch weitere Unternehmensbereiche in den Prozess einbezogen. So setzen 44 Prozent bereits auf entsprechende Maßnahmen in den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen oder planen dies zumindest in der näheren Zukunft. "Den Unternehmen wird bewusst, dass Industrie 4.0 vor allem ein Denkansatz ist, der alle Entwicklungsstufen eines Produkts oder einer Dienstleistung erfassen muss", erklärt Rohrbach. "Die Vernetzung der F&E-Aktivitäten mit allen Unternehmensbereichen sowie externen Partnern bei einer gleichzeitigen Verbesserung der Prozesse ist hier genau der richtige Weg, um Entwicklungszeiten zu verkürzen und Kosten zu reduzieren."

Dieser Trend lässt sich auch in anderen Unternehmensbereichen beobachten: So plant ein Viertel der Betriebe die Orientierung an den Prinzipien der Industrie 4.0 im Vertrieb oder hat derartige Pläne bereits umgesetzt. Etwa jedes fünfte Unternehmen führt sie im Einkauf ein. Dabei wird den Firmen zunehmend bewusst, dass ein schrittweises Vorgehen angesichts der immensen Herausforderungen die besten Erfolgsaussichten bietet. "Die deutliche Mehrheit verbindet mit Bedacht Bewährtes und Neues", berichtet Rohrbach. "Bestehende Strukturen werden nachgerüstet und umorganisiert, während neue Anlagen und Standorte bereits von der Planung an den Industrie-4.0-Konzepten folgen."

Zur Studie:
Für die Studie befragte Staufen 277 Industrieunternehmen in Deutschland.

tt

Veröffentlicht am: 06.09.2016

 

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