Deutscher Neuwagenmarkt verzeichnet spürbares Wachstum

EY analysiert Anzahl der Neuzulassungen

Der August verlief für die Automobilbranche erfreulich: Laut einer EY-Analyse konnte die Zahl der Neuzulassungen von Neuwagen um deutliche 8,3 Prozent gesteigert werden. Damit erholte sich der deutsche Neuwagenmarkt nach dem Rückgang im Juli merklich.


Da der August allerdings über einen zusätzlichen Verkaufstag verfügte, beläuft sich das um diesen Kalendereffekt bereinigte Wachstum auf 4,3 Prozent. Dennoch kann die Branche aus Sicht von EY zufrieden sein. "Nach einem Rückgang im Juli ging es auf dem deutschen Neuwagenmarkt im August wieder deutlich aufwärts. Haupttreiber der positiven Entwicklung ist die steigende Nachfrage von privaten Haltern – die Neuzulassungen auf Privatpersonen legten im August um 18,7 Prozent zu", verrät EY-Partner Peter Fuß. Neben dem privaten Sektor erwirtschaftete zudem auch das gewerbliche Geschäftsfeld ein Plus von 2,8 Prozent.

Privathalter stützen Wachstum

Für die positive Entwicklung des Neuwagenmarkts sind nach Ansicht von EY auch die zurzeit hervorragenden Rahmenbedingungen verantwortlich. "Die Beschäftigung und die Einkommen steigen, und die Zinsen sind extrem niedrig, was gerade für Privatleute den Neuwagenkauf attraktiv macht. Die Konsumbereitschaft in Deutschland ist unverändert hoch, woran sich bis Jahresende kaum etwas ändern wird", so Fuß. Die große Konsumbereitschaft wird das Absatzplus aufgrund des bereits hohen Absatzniveaus allerdings wohl nicht bis zum Jahresende in derartigen Höhen halten können. Stattdessen rechnet EY in den anstehenden Monaten mit einem sich abflachenden Wachstum. Dennoch wird der deutsche Neuwagenmarkt 2016 voraussichtlich um 4 Prozent wachsen.

An der Spitze der Rangliste der Hersteller stehen diesmal keine deutschen Autobauer. Stattdessen konnte insbesondere Fiat mit einem Plus von 32,8 Prozent bei den Neuzulassungen von der guten Entwicklung profitieren. Auch Toyota (26,6 Prozent) und Nissan (17,3 Prozent) gehören zu den Gewinnern des Monats. Eine Trendwende schaffte zudem der Volkswagenkonzern: Die Neuzulassungen der Wolfsburger stiegen nach längerem Abwärtstrend wieder um 10,2 Prozent, sodass auch der Marktanteil in Deutschland von 36,5 auf 37,1 Prozent anstieg.

Absatz von Diesel-Modellen steht unter Druck

Für Diesel-Pkw zeigen sich dagegen größere Hindernisse im Markt: Zwar konnte die Anzahl der Neuzulassungen nach einem stärkeren Rückgang im Juli um 5,4 Prozent gesteigert werden. Da das Wachstum der Benziner mit 9,9 Prozent noch deutlicher ausfiel, sank der Marktanteil der Diesel-Modelle im Vergleich zum August 2015 von 46,5 auf 45,3 Prozent. Nach Einschätzung von EY dürfte sich dieser Trend auch in der nächsten Zeit fortsetzen. "Der Absatz von Diesel-Modellen wird in den kommenden Monaten weiter unter Druck geraten. Die Diskussionen über ein Diesel-Fahrverbot in Innenstädten oder über den Abbau von steuerlichen Vergünstigungen führen zu zunehmender Verunsicherung bei den potenziellen Käufern. Obendrein dürften sich Dieselfahrzeuge aufgrund zusätzlicher technischer Maßnahmen zur Abgasreinigung und angesichts strengerer Grenzwerte und neuer Messmethoden zukünftig verteuern", erklärt Fuß.

tt

Veröffentlicht am: 05.09.2016

 

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