Digital Natives möchten auf Offline-Angebote nicht vollständig verzichten

LiNKiT Consulting analysiert Wünsche junger Bankkunden

Die Generation der Digital Natives stellt die Bankkunden der Zukunft und setzt die Kreditinstitute gehörig unter Druck. Schließlich unterscheiden sich die Bedürfnisse der jungen Erwachsenen teilweise sehr deutlich von früheren Generationen.


Allerdings haben alte Muster auch innerhalb der neuen Generation laut einer Studie von LiNKiT Consulting noch nicht vollkommen ausgedient. Dies zeigt sich beispielsweise bei den bevorzugten künftigen Zahlungsmethoden, unter denen sich das Bargeld mit 66,1 Prozent nach der EC-Karte (78,7 Prozent) und vor der Kreditkarte (62,1 Prozent) immerhin auf Platz zwei behaupten kann. Die klassische Überweisung (30,9 Prozent) wurde allerdings bereits von Online-Zahlungsdiensten (44,5 Prozent) und Mobile Payment (40,9 Prozent) abgelöst. Trotz der hohen technischen Affinität der Digital Natives ist die Einführung neuer Online-Zahlungsmethoden allerdings kein Selbstläufer: So können sich nach derzeitigem Stand lediglich 11,6 Prozent der jungen Erwachsenen vorstellen, in Zukunft Online-Währungen wie Bitcoin zu nutzen.

Persönliche Beratungsmöglichkeiten sind weiterhin erwünscht

Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Thema Bankberatung. Zwar betreten drei Viertel der Befragten (75 Prozent) schon heute seltener als einmal pro Woche eine Bankfiliale und jeder Vierte (27,6 Prozent) hat noch nie eine persönliche Beratung durch einen Bankangestellten in Anspruch genommen, aber dennoch wollen die Digital Natives nicht gänzlich auf diese Möglichkeiten verzichten. Stattdessen unterscheiden junge Erwachsene laut der Studie von LiNKiT Consulting deutlich zwischen qualitativ hochwertiger, persönlicher Beratung und grundlegenden Informationen, die sich zunehmend leicht online beschaffen lassen. So könnte die Kompetenz des Bankberaters bei komplexen finanziellen Entscheidungen wie dem Kauf einer Immobilie auch in der Bank der Zukunft gefragt sein, während er bei Bankgeschäften, in denen das eigene Vorgehen bereits feststeht (z.B. Kredit aufnehmen, Geld investieren), an Bedeutung verlieren dürfte. Stattdessen geben bei diesen Entscheidungen Kriterien wie "Qualität der Konditionen", "Sicherheit des Dienstleisters" und "Transparenz des Angebots" den Ausschlag, da die Recherche bis hin zur Auswahl des Anbieters und des Produkts eigenständig erfolgen.

Hybride Beratung als Zukunftsmodell?

Für die Banken bedeuten diese Bedürfnisse der Digital Natives, dass sie für die junge Zielgruppe neue Beratungskonzepte entwickeln müssen. "Banken müssen sich in Zukunft deutlich stärker von der Produktorientierung auf die Kundenorientierung umstellen. Das Stichwort für die Bank der Zukunft könnte hybride Beratung lauten, eine Kombination von Online- und Offline-Komponenten für Beratung, Vergleichsmöglichkeiten und Informationsbeschaffung", resümiert LiNKiT-Geschäftsführer Rüdiger Hoffmann. Die Institute sollten den jungen Kunden demnach größtmögliche Flexibilität bieten, indem diese einfach und unkompliziert selber recherchieren, bei Bedarf aber auf eine qualitativ hochwertige persönliche Kundenberatung zurückgreifen können. Bankberater erwartet in Zukunft demnach der bestens informierte Kunde mit Beratungswunsch.

tt

Veröffentlicht am: 08.09.2016

 

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