Digitale Wettbewerber setzen klassische Wirtschaftszweige unter Druck

Prophet untersucht Markenrelevanz

Das Konsumverhalten deutscher Verbraucher hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert. Immer häufiger werden digitale Marken und Dienstleister zu Alltagsbegleitern der Konsumenten – und erklimmen auf diesem Weg den Gipfel der Markenrelevanz.


So sind es laut einer Studie der Marken- und Strategieberatung Prophet insbesondere die auf digitale Geschäftsmodelle fokussierten Unternehmen, deren Marken deutsche Verbraucher für sich und ihr Leben am relevantesten halten. Demnach landen mit Amazon, Apple und Google nicht nur ausschließlich Internet- und Technologieriesen auf den ersten drei Plätzen, mit PayPal (Platz 5), Nintendo (Platz 6), Samsung (Platz 8) und WhatsApp (Platz 10) können sich darüber hinaus noch vier weitere Konzerne aus diesem Sektor unter den zehn relevantesten Marken platzieren. Somit gelingt mit Lego (Platz 4), Nike (Platz 7) und Bosch (Platz 9) lediglich drei Unternehmen aus traditionellen Industriezweigen der Einzug in die Top 10. "Unser Markenranking zeigt eine erhebliche Änderung im Konsumverhalten der Verbraucher. Zwar sind die traditionellen Marken nicht plötzlich irrelevant, aber sie stehen einer neuen Konkurrenz aus der digitalen Welt gegenüber, die erfolgreich das Interesse der Menschen gewinnt", bewertet Prophet-Partner Tobias Bärschneider diese Ergebnisse.

Verliert die deutsche Wirtschaft den Anschluss?

Auch die deutsche Wirtschaft ist vom Wandel des Konsumverhaltens betroffen. Schließlich kann sich mit Bosch nur eine deutsche Firma in ihrem Heimatmarkt unter den relevantesten Marken positionieren. Allerdings sind mit dm (Platz 12), Miele (Platz 13), Playmobil (Platz 14), Adidas (Platz 15), Braun (Platz 18) und Ravensburger (Platz 19) sechs weitere deutsche Unternehmen in den Top 20 vertreten. Der Automobilindustrie, die häufig als deutsche Vorzeigebranche bewertet wird, gelingt es hingegen kaum, ihre Markenrelevanz in Deutschland zu erhalten. So sind mit Audi (Platz 34) und BMW (Platz 49) nur zwei Autobauer Teil der fünfzig stärksten Marken. VW (Platz 60), Opel (Platz 143) und Porsche (Platz 194) können sich hingegen nur jenseits der Top 50 platzieren. Nach weiter hinten rangieren die Vertreter der traditionellen deutschen Finanzwirtschaft: Mit der Commerzbank auf Position 214 und der Deutschen Bank auf Rang 253 ist diese weit abgeschlagen. Aus Sicht des Beratungsunternehmens Prophet sollten diese Unternehmen ihre Platzierung im Markenranking als Warnsignal verstehen. "Die digitale Transformation ist eine große Herausforderung gerade für die traditionellen Anbieter, die auch den notwendigen kulturellen Wandel schnell angehen sollten, um bei den Verbrauchern relevant zu bleiben", erklärt Prophet-Partner Tosson El Noshokaty. "Ohne Wandel werden sie es schwer haben, in naher Zukunft noch eine Rolle bei den Menschen zu spielen."

Zur Studie:
Für diese Studie befragte Prophet etwa 10.000 Verbraucher in Deutschland.

tt

Veröffentlicht am: 02.11.2016

 

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