Digitaler Wandel bringt neue Jobs für Fachkräfte

Bitkom-Studie zu Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt

Die digitale Transformation dürfte zahlreiche Berufsbilder grundlegend verändern und manche sogar überflüssig machen. Von dieser Entwicklung profitieren laut einer Bitkom-Analyse vor allem gut ausgebildete Fachkräfte mit großer Digitalkompetenz.

Mann am Laptop (Bild: Thinkstock)
Digitalkompetenz wird für Arbeitnehmer immer wichtiger. (Bild: Thinkstock)

Der Arbeitsmarkt wird in den nächsten Jahren nach Ansicht des Digitalverbands Bitkom aufgrund der Auswirkungen der Digitalisierung deutlich in Bewegung geraten. Insbesondere digital qualifizierten Fachkräften dürften sich dank dieses Trends neue Jobchancen bieten. So geht mehr als die Hälfte der Unternehmen (54 Prozent) davon aus, dass in den kommenden zehn Jahren mehr Arbeitsplätze für gut ausgebildete Beschäftigte geschaffen werden."Die Digitalisierung führt zu einem historischen Wandel in der Arbeitswelt", erklärt Bitkom-Präsident Thorsten Dirks. "Neue, aufregende und anspruchsvolle Jobs entstehen. Sie setzen eine gute Ausbildung voraus und bieten dafür viel Gestaltungsspielraum und Verantwortung."

Digitalkompetenz wird für Beschäftigte zum Must-Have

Als Leidtragende dieser Entwicklung könnten sich dagegen gering qualifizierte oder unterstützend tätige Arbeitnehmer herausstellen: Mehr als zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) erwarten, dass Arbeitsplätze in derartigen Tätigkeitsfeldern seltener werden. "Durch die Digitalisierung fallen überwiegend einfache Aufgaben weg, dafür entstehen aber Stellen mit komplexeren Anforderungen und mehr Verantwortung. Das heißt auch: Ohne Digitalkompetenz kommt man im Berufsleben künftig nicht mehr aus", warnt Dirks.

Dementsprechend wird die Digitalkompetenz aus Arbeitgebersicht immer häufiger zum zentralen Kriterium bei der Auswahl geeigneter Mitarbeiter. So prognostizieren 87 Prozent der Unternehmen, dass die Digitalkompetenz eines Beschäftigten genauso wichtig werden wird wie fachliche oder soziale Kompetenz. Aktuell bewerten die Firmen die digitale Qualifikation der eigenen Belegschaft sowie der Bewerber jedoch häufig nur mit "befriedigend" oder "ausreichend". Trotzdem zieht nicht einmal die Hälfte entsprechende Konsequenzen und bildet ihre Angestellten entsprechend weiter. Stattdessen geben fast zwei Drittel der Unternehmen (62 Prozent) an, derzeit keine Weiterbildungen im Hinblick auf Digitalkompetenzen anzubieten.

Unternehmen investieren zu wenig in Weiterbildung

Zudem hat nicht einmal ein Drittel der Betriebe (31 Prozent) eine Strategie entwickelt, wie die digitale Kompetenz innerhalb des eigenen Teams gefördert werden soll. Ein festes Budget für Förderungsmaßnahmen haben sogar nur 27 Prozent eingeplant. Doch wieso ist das Engagement der Unternehmen nicht größer? Als Hauptgrund für die Zurückhaltung ermittelte die Bitkom-Studie die zu hohen Kosten für Weiterbildungsmaßnahmen (36 Prozent). Ein knappes Drittel (31 Prozent) sieht sich darüber hinaus nicht in der Lage, die Qualität der Weiterbildungsprogramme einschätzen zu können. Einem Viertel der Befragten (25 Prozent) fehlt hingegen ein Überblick über die verschiedenen Fortbildungsmöglichkeiten. Eine ebenso große Gruppe (24 Prozent) berichtet dagegen, dass die vorhandenen Angebote nicht die Bedürfnisse des eigenen Betriebs abdecken. Zudem können einige Unternehmen (23 Prozent) nicht auf die Arbeitskraft ihrer Mitarbeiter verzichten. Aus Bitkom-Sicht sind derartige Gründe jedoch zu kurz gedacht. "Wer sein Unternehmen verändern und neue Geschäftsmodelle erschließen will, der braucht die besten Köpfe in seinem Team. Und der muss dafür sorgen, dass seine Leute immer auf dem aktuellen Stand der digitalen Entwicklung bleiben", erläutert Dirks.

Zur Studie:
Für diese Studie hat Bitkom 504 Geschäftsführer und Personalverantwortliche von Unternehmen aller Branchen ab 10 Mitarbeitern in Deutschland befragt.

tt

Veröffentlicht am: 30.06.2016

 

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