Digitaler Wandel: Fehlendes Vertrauen verhindert neue Technologien

KPMG Global CEO-Outlook 2017

Der digitale Wandel macht sich in deutschen Konzernen bemerkbar. Investitionen steigen und Budgets für neue Systeme nehmen zu. Doch im internationalen Vergleich hinkt Deutschland noch hinterher, wie eine Studie von KPMG ergab.

Maschinen sollen Menschen entlasten. (Bild: weerapat1003 - fotolia.com)
Maschinen sollen Menschen entlasten. (Bild: weerapat1003 - fotolia.com)

66 Prozent deutscher Unternehmen haben in den letzten zwölf Monaten verstärkt in ihre digitale Infrastruktur investiert. Weltweit waren es sogar 72 Prozent. Deutsche CEOs hatten vor allem ihre IT-Sicherheit im Blick: 66 Prozent berichten von sehr hohen Ausgaben. In den kommenden drei Jahren werden viele deutsche Unternehmen die Bereiche Automatisierung, Datenanalyse und Robotik weiter ausbauen. Nur 16 Prozent aller Studienteilnehmer weltweit fühlen sich von technologischen Veränderungen ernsthaft bedroht.

Mensch vs. Maschine – Vertrauen integrieren

Ein Hauptmerkmal des digitalen Wandels ist der Einsatz von Robotern. Doch Maschinen sollen Mitarbeiter nicht ersetzen. Vielmehr sollen Konzerne die Zusammenarbeit zwischen beiden anstreben. Künstliche Intelligenz und "Digital Labor"-Technologien wie Robotic Process Automation (RPA) sollen Routineaufgaben erledigen und dadurch Mitarbeiter entlasten. Designer in der Automobilbranche könnten sich somit voll und ganz auf ihre kreative Arbeit konzentrieren, während die Maschine Tausende Bilder nach Trendfarben durchkämmt. Problematisch wird diese Arbeitsteilung, wenn Mitarbeiter den neuen Systemen misstrauen. Denn damit würde der Mehrwert einfach untergehen, so Thomas Erwin, Partner bei KPMG. Besonders deutsche CEOs sollen daher die digitale Transformation in ihr Unternehmen integrieren und als Baustein der Zukunft anerkennen.

Ganzheitlichkeit steigert globale Wettbewerbsfähigkeit

Firmenchefs sind sich dieser Problematik bewusst und sorgen sich weltweit nicht nur um ihr strategisches Talentmanagement, sondern auch um die Integration der wissensbasierten Systeme. Doch die digitalen Möglichkeiten entlang der Wertschöpfungskette sind zweifellos positiv, so Erwin. Sie entwickeln ihr Potenzial im Tagesgeschäft, sobald Unternehmensstrategie, unterschiedliche Geschäftsmodelle und neue Technologien miteinander harmonieren. So könnten Konzerne Werte schaffen. Besonders Deutschland würde dadurch seine Wettbewerbsfähigkeit auf dem globalen Markt weiter vorantreiben.

KPMG befragte in der Studie "CEO-Outlook 2017" zum Thema "Wachsen in disruptiven Zeiten"
1.300 Top-Entscheider weltweit. Darunter insgesamt 125 CEOs aus Deutschland.

mms

Veröffentlicht am: 21.07.2017

 

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