Digitaler Wandel hat kaum Einfluss auf Geschäftsmodelle deutscher Unternehmen

Horváth & Partners untersucht Status quo der Digitalisierung

Vom Maschinenbaubetrieb über den Einzelhandel bis hin zu Banken und Versicherungen – die Digitalisierung verändert nahezu alle Branchen der deutschen Wirtschaft. Die Geschäftsmodelle der meisten Unternehmen hat sie bislang allerdings noch nicht beeinflusst.


Wie wichtig die digitale Transformation für den eigenen Betrieb sein kann, hat ein Großteil der deutschen Wirtschaft laut einer Studie von Horváth & Partners erkannt. Demnach haben vier von fünf Betrieben bereits digitale Technologien in die eigenen Geschäftsprozesse – beispielsweise in der Herstellung oder in der Zusammenarbeit mit Lieferanten – integriert. Trotz dieses Engagements hat bislang allerdings nur jedes zehnte Unternehmen den digitalen Wandel zum Anlass genommen, das eigene Geschäftsmodell auf den Prüfstand zu stellen und gegebenenfalls weiterzuentwickeln. So werden digitale Möglichkeiten wie Virtual Reality, Data Analytics und Mobile Apps derzeit noch zu häufig als reine Werkzeuge gesehen, um die bisherigen Produkte zu verkaufen, anstatt durch sie völlig neue Produkte und Dienstleistungen zu schaffen.

Deutsche Firmen unterschätzen die Gefahren der Disruption

Nach Einschätzung von Horváth & Partners birgt diese Herangehensweise an die Digitalisierung erhebliches Gefahrenpotenzial für die Unternehmen. "Man sieht deutlich: Entscheider hierzulande denken immer noch, es reicht, die bisherigen Leistungen zu digitalisieren. Deutsche Telekommunikationsunternehmen zum Beispiel bleiben ihren Ertragsquellen wie Netzdienstleistungen treu, anstatt sich komplett neu zu erfinden", warnt Vorstandssprecher Dr. Michael Kieninger. "Viele wiegen sich dadurch zu sehr in Sicherheit und sind nicht immer auf Angriffe von radikalen, disruptiven Wettbewerbern eingerichtet."

Den spürbarsten Einfluss auf ihr bestehendes Geschäftsmodell erwarten die befragten Unternehmen im Bereich der mobilen Lösungen. Daher haben bereits mehr als drei Viertel (77 Prozent) mobile Services in ihr Leistungsportfolio integriert oder verbessern durch ortsunabhängige Technik die Effizienz in der Produktion. Etwa die Hälfte der Firmen erhofft sich im Hinblick auf neue Ideen und ein besseres Kundenverständnis zudem weitere Erkenntnisse aus Big und Smart Data. In der Mass Customization – also der industriellen Maßfertigung – sieht hingegen nur jeder vierte Befragte eine Relevanz für das eigene Unternehmen.

Zur Studie:
Für diese Studie befragte das Marktforschungsunternehmen forsa im Auftrag von Horváth & Partners 200 Unternehmensentscheider aus unterschiedlichen Branchen.

tt

Veröffentlicht am: 27.10.2016

 

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