Digitalisierung: Energieversorger nutzen Potenziale nicht

Oliver Wyman Digitalisierungsindex EVU

Die Digitalisierung wirbelt Märkte durcheinander, so auch in der Energiebranche. Die etablierten Unternehmen müssen nicht gehobene Potenziale ausschöpfen, um ihre Stellung behaupten zu können. Zu diesem Schluss kommt der Digitalisierungsindex von Oliver Wyman.


So oder ähnlich sieht die Lage derzeit in vielen Branchen aus: Neue, schnelle Wettbewerber treten auf den Plan, etablierte Player können sich ihrer führenden Position nicht mehr sicher sein, die Digitalisierung hat massenweise neue Herausforderungen und Zukunftsaufgaben im Gepäck, die angepackt werden müssen. So steht es einer Untersuchung der Unternehmensberatung Oliver Wyman zufolge nach auch im Energiemarkt: Die großen Energieversorger nutzen viele Potenziale, die mit der Digitalisierung einhergehen, nicht aus.

Für den Digitalisierungsindex bewerteten Experten von Oliver Wyman acht deutsche Energieversorger bzw. den Stand der Digitalisierung an vier Wertschöpfungsstufen: Erzeugung, Handel, Netze und Vertrieb. Auf einer Skala von null (nicht vorhandene oder begrenzte Digitalisierung) bis 100 (branchenübergreifende Best-in-Class-Lösung) erreichen die untersuchten Unternehmen lediglich 31 Punkte. Dabei schneiden Erzeugung und Vertrieb besonders schwach ab, mit 30 bzw. nur 23 Punkten.

Chancen in den Bereichen Erzeugung und Vertrieb

Doch insbesondere im Bereich Erzeugung identifiziert die Managementberatung viele Chancen, um mithilfe der Digitalisierung die Effizienz zu steigern. Oliver Wyman verweist hier auf das Start-up Kaiserwetter. Durch digitales Management der Anlagen und des gesamten Portfolios wurden Verbesserungen der technischen Leistung und mehr Effizienz erreicht. Auch im Vertrieb müssen die Energieversorger nachbessern, etwa indem sie ihre Angebote individueller und attraktiver an den Bedürfnisse des Kunden gestalten und durch die vielen digitalen Kanäle an diese Kunden herantragen. Hier gibt es Oliver Wyman zufolge bereits einige Ansätze – etwa Soziale Medien, Multi-Channel-Kontaktpunkte, Angebote in Echtzeit.

Weitere Zukunftsaufgaben für Energieversorger

Darüber hinaus benennt die Managementberatung weitere Zukunftsaufgaben, die Energieunternehmen nun dringend angehen müssen, z.B. eine Verbesserung der Datenqualität, Automatisierungen, optimierte Planungen und Advanced Analytics sowie neue Technologien wie Blockchains und Big Data.

Für den Digitalisierungsindex bewerteten Experten der Managementberatung Oliver Wyman im Dezember 2016 acht deutsche Energieversorger und deren Grad der Digitalisierung in den Bereichen Erzeugung, Vertrieb, Netze und Handel.

io

Veröffentlicht am: 24.01.2017

 

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