Digitalisierung: Kleine Mittelständler tun sich schwer

EY Studie

Bei der Umsetzung der Digitalisierung entsteht im Mittelstand eine Zweiklassengesellschaft: Bei großen Unternehmen geht es voran, kleine Unternehmen haben Probleme. Es fehlt an Geld, Personal und Know-how, so eine EY-Studie.

Vielen kleinen und mittleren Unternehmen fehlt für die Digitalisierung das nötige Know-how und Personal. (Bild: Thinkstock)

Vielen kleinen und mittleren Unternehmen fehlt für die Digitalisierung das nötige Know-how und Personal. (Bild: Thinkstock)


Viele der großen, wachstumsstarken Mittelständler nutzen bereits digitale Technologien für ihre Geschäftsmodelle: Zwei Drittel der befragten Unternehmen mit einem Umsatz von über 100 Millionen Euro gaben dies an. Die kleineren Mittelständler, die auch nicht so stark wachsen, sind im Hintertreffen: Nur 17 Prozent sagen, dass die entsprechenden Technologien für sie wichtig ist.

Bewertung der Digitalisierung

Unterschiede zwischen großen und kleinen Mittelständlern herrschen ebenfalls bei der Frage, ob sie die Digitalisierung als Chance begreifen. Jedes vierte Großunternehmen bejaht dies bzw. 77 Prozent der wachstumsstarken Unternehmen. Bei den kleineren Betrieben stimmt nicht mal jeder fünfte Mittelständler zu, bei den Betrieben mit leichtem oder gar keinem Wachstum finden nur 63 Prozent, dass die Digitalisierung Chancen bietet. Insgesamt herrscht eine breite Zustimmung zu der Annahme, dass die Digitalisierung in den kommenden fünf Jahren für das jeweilige Geschäftsmodell wichtiger wird. Dieser Meinung sind 85 Prozent.

Mangel an Geld, Personal und Know-how

Einige der befragten Unternehmen würden gern durchaus mehr in die Umsetzung des digitalen Wandels investieren. Doch für jeweils 13 Prozent fehlt es an nötigem Kapital oder kompetenten Mitarbeitern. Einen Mangel an entsprechendem Know-how gaben 9 Prozent an. Kooperationen mit speziellen Partnern können eine Möglichkeit sein, um Zugang zum nötigen Wissen zu erhalten oder nötige Investitionen gemeinsam zu schultern. EY geht außerdem davon aus, dass sich in den nächsten Jahren ein Baukasten-Prinzip mit digitalen Lösungen für kleinere und mittlere Unternehmen etablieren könnte. Für Anbieter entsprechender Systeme bietet dies Potenzial für neue Geschäftsmodelle.

Für die Studie hat EY 3.000 mittelständische Unternehmen in Deutschland befragt.

Veröffentlicht am: 17.03.2017

 

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