Digitalisierung: Mittelständische Automobilzulieferer hinken hinterher

Berylls Strategy Advisors Studie

Obwohl Managern die Tragweite und Dringlichkeit der Digitalisierung bewusst ist, besitzt kaum ein Unternehmen einen Masterplan zur Digitalisierung. Vielen Betrieben gelingt es nicht, die Möglichkeiten der "Big Data"-Ära zu identifizieren und voll auszuschöpfen, so eine Studie.

Auch Automobilzulieferer müssen sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen (Bild: industrieblick - fotolia.com)
Auch Automobilzulieferer müssen sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen (Bild: industrieblick - fotolia.com)

 

Als Gründe für die fehlende Auseinandersetzung mit der “Digital Transformation“ kommen unpassende Management-und Organisationsstrukturen, unzureichende finanzielle Ressourcen, ein Mangel an verfügbaren Kompetenzen und – der am häufigsten genannte Grund - die existierende Unternehmenskultur in Betracht.

Unternehmen fehlt es an Innovationskraft

Die Unternehmenskultur ist vielfach traditionell geprägt, sodass sich die mit der Digitalisierung einhergehenden Anforderungen wie Agilität, "Trial & Error" Vorgehensweisen und kurze Entwicklungszyklen in den befragten Unternehmen kaum realisieren lassen. Vielen Unternehmen fehlt es außerdem an Innovations-und Umsetzungskraft. Laut Studie wird Mut in der Unternehmenskultur oft als Leichtsinn und Entschlossenheit als Starrsinn empfunden. Jedoch sind es genau diese Kultureigenschaften, die für einen strukturellen Wandel essenziell sind. 

Prozess-und Kostenoptimierung wichtiger als Digitalisierung 

Lediglich ansatzweise ist klar, inwieweit die Digitalisierung das Unternehmen verändern soll. Für Mittelständler steht die Prozess-und Kostenoptimierung nach wie vor im Vordergrund. Dass die Digitalisierung große Chancen birgt und einen direkten Kundenzugang ermöglicht, wird von den Unternehmen kaum wahrgenommen. Folglich werden neue Produkt-und Serviceangebote oder digitale Geschäftsmodelle nicht weiter durchdacht und potenzielle Einnahmequellen bleiben unberücksichtigt. 

Unternehmenskultur muss agiler werden  

Führung müsse nicht neu erfunden, sondern an den jeweiligen Bedarf der Organisationsentwicklung angepasst werden, meint Peter Eltze, Experte für Transformation und Kulturmanagement bei Berylls Strategy Advisors. "Agilität, beispielsweise, ist nicht nur eine Methode, sondern eine Haltung. Die Kunst besteht darin, existierende Konzepte bedarfsgerecht und sinnvoll im Unternehmen anzuwenden. Hilfreich ist dabei auch die Schaffung eindeutiger Verantwortlichkeiten und eine klare Zuordnung auf der Top-Management-Ebene zur erfolgreichen Umsetzung unternehmensweiter und zentral gesteuerter Maßnahmen der digitalen Transformation." Bei wichtigen Personalentscheidungen wie Rekrutierung und Beförderungen sollten Unternehmen jene Werte berücksichtigen, die sie in der digitalen Transformation dringend benötigen. Mitunter müssten die Firmen auch gezielt Musterbrüche in Kauf nehmen oder sogar bewusst herbeigeführen.

Für die Studie zu Unternehmenskultur & Digitalisierung befragte Berylls Strategy Advisors online 30 deutsche Automobilzulieferer, die Befragungsteilnehmer gehören dem oberen Führungskreis an. Im Fokus standen Zulieferer in der DACH-Region mit 1.000 bis 10.000 Mitarbeitern. Die Befragung fand im Zeitraum Oktober 2016 bis Januar 2017 statt.

ma

Veröffentlicht am: 15.08.2017

 

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