Digitalisierung: Potenziale des Mittelstands

McKinsey & Company

27.07.2017

Viele Unternehmen des Mittelstands betrachten die Digitalisierung nicht ganzheitlich. Dies birgt ungenutzte Potenziale, die bedeutsam für das deutsche Wirtschaftswachstum und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen sind, so eine McKinsey-Studie.

Digitalisierung: Potenziale des Mittelstands (Bild: RA2 - fotolia.com)

Der deutsche Mittelstand ist aktuell für 18 Prozent der Beschäftigung und 30 Prozent des Umsatzes hierzulande verantwortlich. (Bild: RA2 - fotolia.com)

Unternehmen des deutschen Mittelstandes betrachten die Digitalisierung häufig aus einer reinen IT-Perspektive und als Mittel zur Produktivitätssteigerung. Dabei lassen sie einige Möglichkeiten gänzlich außer Acht: neue Geschäftsfelder erschließen, die Geschäftsarchitektur anpassen und die Unternehmenskultur erneuern. Sich dem Thema umfassender zu widmen, stärkt die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber digitalen Angreifern und großen Unternehmen. Eine konsequente Digitalisierung des Mittelstands erhöht das deutsche Wirtschaftswachstum bis 2025 jährlich um 0,3 Prozent. Das entspricht einem zusätzlichen Wertschöpfungspotenzial von 126 Milliarden Euro. Dies geht aus einer Studie von McKinsey & Company zur Digitalisierung im deutschen Mittelstand hervor.

Branchen mit größtem Potenzial

Im Branchenvergleich liegt die Informations- und Kommunikationstechnologie vorne. Hier gibt es ein zusätzliches Wertschöpfungspotenzial von 17,2 Milliarden Euro bis zum Jahr 2025. In der Metall- und Elektroindustrie sind es 15,1 Milliarden und im Groß- und Außenhandel 14,4 Milliarden Euro. Obwohl sich 61 Prozent der befragten Unternehmen für die Digitalisierung gut vorbereitet sehen, betrachtet nur jedes zweite mittelständische Unternehmen den digitalen Wandel als Chance.

Die Stärken und Schwächen des Mittelstands

Dabei hat der Mittelstand einige Stärken, die ihm bei der digitalen Transformation helfen. So könne etwa die starke Rolle der Eigentümer im Mittelstand ein Vorteil sein, wenn dadurch Entscheidungen schnell getroffen und umgesetzt würden, so McKinsey-Digitalisierungsexperte Niko Mohr. Die geringe Größe mache Unternehmen flexibel. Zusammen mit den häufig guten Beziehungen am jeweiligen Standort könnten so neue Ideen entwickelt und sich in Netzwerken zusammengeschlossen werden, so Mohr weiter. Aktuell steht der Mittelstand für 18 Prozent der Beschäftigung und 30 Prozent des Umsatzes in Deutschland.

Die Unternehmensstandorte in kleineren Städten stellen für viele Unternehmen aus dem Mittelstand aber ein Problem dar. Denn sie sind unattraktiv für die notwendigen Fachkräfte. Bei Unternehmensstandorten in Städten mit weniger als 300.000 Einwohnern nennt fast die Hälfte der Befragten den weniger attraktiven Standort als Hindernis für die Einstellung von Fachkräften. Mit einem Unternehmenssitz in den vier deutschen Millionen-Städten sinkt diese Quote auf 28 Prozent.

Für die Studie “Die Digitalisierung des deutschen Mittelstands“ befragte McKinsey & Company mehr als 200 mittelständische Unternehmen in Deutschland mit einem Umsatz zwischen 100 Millionen und zwei Milliarden Euro.

jvdm

 

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