Digitalisierung: Prozesse und Strukturen ändern sich rapide

Studie von Bitkom und Tata Consultancy Services

Die Digitalisierung hat Folgen für die Kommunikation und die internen Prozesse in deutschen Unternehmen. Der Einsatz neuer Technologien verlangt von den Mitarbeitern einiges ab, die Gestaltung der notwendigen Veränderungsprozesse ist daher besonders wichtig. Darauf machen Bitkom und Tata Consultancy Services in einer Studie aufmerksam.

Mitarbeiter im Change-Workshop (Bild: rawpixel - Pixabay.com)
Mitarbeiter im Change-Workshop (Bild: rawpixel - Pixabay.com)

So setzt aktuell rund jedes zweite Unternehmen (47 Prozent) mit 100 oder mehr Mitarbeitern Change-Management-Methoden ein, um Strukturen anzupassen und die Belegschaft mitzunehmen. Vor zwei Jahren lag der Anteil gerade einmal bei 36 Prozent. Vor allem Großunternehmen mit 500 oder mehr Mitarbeitern greifen auf Change-Management-Methoden zurück, hier beträgt der Anteil sogar 57 Prozent. Dabei wird der Veränderungsprozess am häufigsten von eigenen Digitalisierungseinheiten oder dem Chief Digital Officer (CDO) verantwortet (35 Prozent). In rund jedem vierten Unternehmen ist dafür die Geschäftsführung bzw. der Vorstand (26 Prozent) oder die interne Unternehmenskommunikation (23 Prozent) zuständig.

Veränderungen aktiv gestalten

"Um die Digitalisierung erfolgreich zu gestalten genügt es nicht, neue Geräte anzuschaffen oder Technologien einzusetzen. Digitalisierung im Unternehmen bedeutet die Veränderung von Prozessen und Strukturen, und so eine Veränderung muss aktiv gestaltet und begleitet werden. Change Management bedeutet, notwendige Veränderungen zu kommunizieren und jeden Einzelnen mitzunehmen", sagt Dr. Kay Müller-Jones, Leiter Consulting und Services Integration bei TCS. Und Dr. Axel Pols, Geschäftsführer der Bitkom Research, hebt hervor: "Die Studie zeigt, dass sich in den vergangenen Jahren die Erkenntnis immer weiter verbreitet hat, dass Digitalisierung nur zusammen mit den Mitarbeitern gelingen kann. Gut ausgebildete Fachkräfte sind kostbar für Unternehmen."

Agile Methoden sind en vogue

Beim Projektmanagement setzen die Unternehmen häufiger auf agile Methoden. So geben inzwischen 43 Prozent der Unternehmen an, manchmal, größtenteils oder immer agile Methoden einzusetzen. Vor einem Jahr waren es erst 35 Prozent. Nur jedes Vierte (25 Prozent) verzichtet vollständig auf agiles Projektmanagement (2018: 36 Prozent). Noch deutlicher ist die Entwicklung bei Großunternehmen ab 500 Mitarbeitern. Hier setzt mehr als jedes Zweite (52 Prozent) vermehrt auf agile Methoden, ein Plus von zehn Prozentpunkten verglichen mit 2018 (42 Prozent). Unverändert 18 Prozent nutzen keine agilen Methoden. "So wie sich die Technologien verändern, die im Unternehmen eingesetzt werden, so sollten sich auch die Projektmanagement-Methoden verändern. Die Digitalisierung erhöht das Veränderungstempo, agile Methoden sind ein Schlüssel, das eigene Tempo ebenfalls zu erhöhen", so Müller-Jones.

Digitalkompetenz gefragt

Um die Digitalisierung zu gestalten erwarten die Unternehmen immer öfter Digitalkompetenzen von ihren Mitarbeitern. So sagen 8 von 10 Unternehmen (84 Prozent), die Mitarbeiter sollten über allgemeine Digitalkompetenz verfügen, um die digitale Transformation des Unternehmens voranzutreiben. Das ist ein deutlicher Anstieg zu den Vorjahren mit 74 Prozent (2018) und sogar nur 66 Prozent (2017). Entsprechend geben auch 8 von 10 Unternehmen (81 Prozent) an, dass die die Digitalkompetenz der Mitarbeiter gezielt fördern. Vor einem Jahr waren es 77 Prozent, vor zwei Jahren 75 Prozent. "Die Unternehmen beklagen seit Jahren einen Fachkräftemangel und einen Mangel an Mitarbeitern mit ausgeprägten Digitalkompetenzen. Die Mehrheit der Unternehmen hat inzwischen die Notwendigkeit erkannt, selbst aktiv zu werden und die eigenen Mitarbeiter weiterzubilden - für die verbleibende Minderheit dürfte es allerdings höchste Zeit sein, hier aktiv zu werden", sagt Pols.

Aufwand für Einarbeitung ist groß

Jedes zweite Unternehmen (50 Prozent) gibt an, dass die Mitarbeiter neue Technologien schnell annehmen. Ähnlich viele (44 Prozent) beklagen allerdings auch, dass der Aufwand, die Mitarbeiter vom Einsatz neuer Technologien zu überzeugen, sehr groß ist. Nicht zuletzt aus diesem Grund bildet eine große Mehrheit von zwei Drittel der Unternehmen (66 Prozent) ihre Mitarbeiter gezielt zum Einsatz neuer Technologien weiter.

Weitere Ergebnisse der Trendstudie "Don't Panic - Gelassen zur Digitalisierung" etwa zum Stellenwert der Digitalisierung in den Unternehmen oder zum Einsatz von Schlüsseltechnologien sowie ausführlichen Branchenergebnissen für den Maschinen- und Anlagenbau, die Informations- und Kommunikationstechnologie, Chemie und Pharma, Banken und Versicherungen, den Automobilbau sowie den Handel gibt es unter 

Zur Studie: Die Ergebnisse gehen auf eine Umfrage von Bitkom Research im Auftrag von Tata Consultancy Services (TCS) unter 953 Unternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitern in Deutschland zurück. 

www.studie-digitalisierung.de

Veröffentlicht am: 18.11.2019

 

Weitere Nachrichten
proALPHA

Trends 2020

Trends 2020 (Bild: ogichobanov - AdobeStock)

04.12.2019 - Welche Trends werden 2020 für den Mittelstand entscheidend sein? Der Software-Anbieter proALPHA hat auf der Basis eigener Projekterfahrungen sowie zahlreicher Studien eine Liste zusammengestellt. weiterlesen

 
Studie von Kantar

12 Wege für mehr Erfolg in 2020

Auf vielen Kanälen zum Erfolg in 2020 (Bild: geralt - Pixabay.com)

03.12.2019 - Wie sprechen Marketingexperten Konsumenten an, um sie optimal zu erreichen? Das Marktforschungsunternehmen Kantar hat im Rahmen der Studie "Media Trends & Predictions 2020" zwölf Trends identifiziert, die im kommenden Jahr 2020 von entscheidender Relevanz sein werden. weiterlesen

 
Personalie

Deloitte: Volker Krug wird neuer CEO

Volker Krug, Deloitte

02.12.2019 - Volker Krug (47) wird neuer Chief Executive Officer bei Deloitte. Mit Beginn des Geschäftsjahres am 1. Juni 2020 wird er turnusgemäß die Führungsaufgabe von Prof. Dr. Martin Plendl (60) übernehmen, der seine Rolle als CEO des europäischen Verbundes Deloitte DCE sowie in... weiterlesen

 
Studentische Unternehmensberatung

ASCO Award: Student Impact zum dritten Mal ausgezeichnet

Gewinner-Sterne (Bild: sergign - AdobeStock)

28.11.2019 - Jährlich prämiert die Association of Management Consultants (ASCO) die besten und nachhaltigsten Unternehmenstransformationen in der Schweiz. Student Impact - eine studentische Beratung der Universität St. Gallen - konnte den begehrten Preis schon zweimal... weiterlesen

 
Über CONSULTING.de

consulting.de ist das zentrale Informationsportal für Unternehmensberatungen. Unser breites Informationsangebot rund um Consulting richtet sich sowohl an Management- und Strategieberatungen, Personalberatungen, Controlling- und Finanzberatungen, Wirtschaftsprüfungen, Marketing- und Kommunikationsberatung und IT-Beratungen als auch deren Kunden aus Industrie, Handel sowie Dienstleistung.