Digitalisierung stellt Medienunternehmen vor große Herausforderungen

KPMG-Studie zum Status quo der Medienbranche

Die Medienbranche hat die Auswirkungen der digitalen Transformation bereits relativ früh zu spüren bekommen. Daher sind die Unternehmen im Prozess der Digitalisierung häufig schon weiter fortgeschritten als Firmen anderer Wirtschaftszweige.

Digitalisierung (Bild: drubig-photo - fotolia.com)
Der digitale Wandel beschäftigt auch die Medienbranche. (Bild: drubig-photo - fotolia.com)

Trotz dieses Entwicklungsvorsprungs haben allerdings auch die Unternehmen der Medienbranche im Zuge des digitalen Wandels mit Schwierigkeiten zu kämpfen. So bleiben die digital erzielten Umsätze oftmals noch hinter dem Umfang der Digitalaktivitäten zurück. Demnach erwirtschaftet laut einer KPMG-Studie nicht einmal jedes fünfte Medienunternehmen (17 Prozent) bereits mehr als 50 Prozent seines Gesamtumsatzes mit digitalen Angeboten. Dagegen macht rund die Hälfte der Branche nur wenig Digitalumsatz, 7 Prozent der Firmen erzielen sogar noch überhaupt keinen Umsatz in diesem Bereich. Besonderer Nachholbedarf zeigt sich dabei im Verlagswesen: Im Jahr 2015 konnten sieben von zehn Verlagen (70 Prozent) keinen oder nur wenig Umsatz mit digitalen Angeboten verbuchen.

Digitaleinheit und CDO als Erfolgsfaktoren

Obwohl es auch im Hinblick auf die Medienbranche wohl keinen Königsweg zur Steuerung des digitalen Wandels gibt, hat KPMG vier Faktoren ausgemacht, die Unternehmen bei der Bewältigung unterstützen können. Demnach kann beispielsweise die Bündelung der digitalen Angebote, Geschäftsmodelle und Denkweisen, die etwa 40 Prozent der befragten Firmen mit einer eigenen Digitaleinheit umgesetzt haben, die Erfolgsaussichten vergrößern. So besitzt beispielsweise fast jedes zweite Unternehmen, in dem sich der Gesamtumsatz bereits zu einem hohen Anteil aus digitalen Angeboten speist, über eine Digitalabteilung – ein Indiz dafür, dass die Bündelung von Digitalangeboten in einem Geschäftsbereich ein Erfolgsfaktor sein kann. Darüber hinaus hat fast jedes dritte Unternehmen der Medienbranche (30 Prozent) bereits einen Chief Digital Officer installiert, der die Unternehmensführung hinsichtlich der Auswirkungen der Digitalisierung berät und die damit verbundenen Aufgaben organisiert. Die Erfahrungen mit der Einführung dieses Postens sind unter den befragten Firmen durchweg positiv: Keine möchte die Befugnisse des CDO wieder beschneiden. "Die Funktion des CDO kann eine sinnvolle Ergänzung der Managementebene in Medienunternehmen darstellen und das gilt besonders in der Anfangsphase", erklärt KPMG-Partner Stephan Köhler.

Kooperationen werden immer bedeutsamer

Trotz der Einbindung eines CDO bleibt allerdings auch der CEO bzw. Vorsitzende der Geschäftsführung eine zentrale Figur des digitalen Wandels in seinem Unternehmen. In sein Tätigkeitsfeld fallen nach Einschätzung von KPMG die Entwicklung der Digitalstrategie sowie die Vorgabe der Prioritäten. Darüber hinaus ist der CEO für den Aufbau innovationsfördernder Strukturen, die Kommunikation der Digitalisierung sowie die Veränderung der Unternehmenskultur von Bedeutung. Der Aufgabenbereich des CIO verbleibt dagegen weiterhin im IT-Bereich. Zudem fand KPMG in seiner Studie heraus, dass Medienunternehmen mit hohem Digitalumsatz häufiger und vielfältiger Kooperationen eingehen als die Konkurrenz mit niedrigeren Umsätzen mit digitalen Angeboten. Dabei konzentrieren sich allerdings auch diese Firmen bislang meist auf Kooperationen innerhalb der Branche, anstatt die Zusammenarbeit mit Technologieunternehmen zu suchen.

Zur Studie:
Für diese Studie befragte KPMG 110 Entscheider aus deutschen Medienunternehmen.

tt

Veröffentlicht am: 02.11.2016

 

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