Digitalisierung verändert M&A-Geschäft

Bain Studie

Etablierte Unternehmen versuchen, sich mit Übernahmen digitaler Player für die Digitalisierung fit zu machen. Das beeinflusst nicht nur die M&A-Strategien, der Erwerb von Technologieanbietern folgt mitunter auch anderen Regeln, so eine Studie von Bain & Company.

Bei der Übernahme von digitalen Playern gelten neue Regeln. (Bild: jozefmicic - fotolia.com)

Bei der Übernahme von digitalen Playern gelten neue Regeln. (Bild: jozefmicic - fotolia.com)


Drei Viertel der von Bain & Company befragten Manager gab an, dass die Digitalisierung ihre M&A-Strategie beeinflusst. Jedoch sind nur 11 Prozent der Auffassung, dass sie bereits ausreichend Know-how beim Erwerb von Tech-Firmen haben; die meisten Unternehmen sind nach eigenen Angaben erst am Anfang der Lernkurve. Nach Meinung der Befragten ist ein wichtiger Erfolgsfaktor bei der Übernahme eine eindeutige Digitalisierungsstrategie als Teil der Unternehmensstrategie. Etwa die Hälfte findet außerdem wichtig, dass es ein Netzwerk aus internen und externen Digitalexperten gibt und die Unternehmenskultur der übernommenen Mitarbeiter zu erhalten.

Andere Bewertungen vonnöten

Die Befragten sehen insbesondere Fragen im Zusammenhang mit der Bewertung und Finanzierung von Tech-Firmen als herausfordernd an. Bestimmte Kaufpreise, wie etwa der von WhatsApp, scheinen recht hoch. Sie sind aber nach Einschätzung von Bain dann vertretbar, wenn das übernehmende Unternehmen durch die Erschließung von neuen digitalen Geschäftsmodellen und Technologiefeldern profitiert oder die eigene Kundenbasis stark vergrößern kann. Dies bedeutet aber auch, dass der Preis für einen digitalen Player nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern die positiven Auswirkungen auf die eigene Bewertung berücksichtigt werden müssen.

Auch bei der Finanzierung gelte es, verschiedene Interessen zu berücksichtigen. Die Experten von Bain empfehlen zum Beispiel, den Kaufpreis etwa durch Earn-out-Modelle zu stückeln oder verschiedene Finanzierungsformen zu kombinieren. Denn werden eigene Aktien bei der Bezahlung eingesetzt, könne dies dazu führen, dass der Anteilsbesitz der bisherigen Eigentümer verwässert wird. Dies bremst dann wiederum den positiven Effekt am Kapitalmarkt.

Punktuelle Integration häufig ausreichend

Damit Übernahmen erfolgreich verlaufen, sollten Unternehmen die Integration nicht zu forsch angehen. Dies kann nach Einschätzung von Bain dazu führen, dass wichtige Mitarbeiter vertrieben werden und das entscheidende Know-how verloren geht. Häufig sei eine punktuelle Integration ausreichend, sodass die digitalen Töchter überwiegend autonom in ihren Märkten agieren können.  Denn häufig erschließen sich Unternehmen mit einer digitalen Übernahme neue Kundengruppen, Märkte oder Kanäle – den Ergebnissen der Studie zufolge sind 90 Prozent aller digitalen M&A-Transaktionen solche Scope-Deals.

Für die Studie “The Changing Rules for Digital M&A“ hat Bain & Company in Tiefeninterviews führende europäische M&A-Manager aus rund 20 Unternehmen befragt.

Veröffentlicht am: 25.04.2017

 

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