Digitalisierung wird auch im Einkauf immer wichtiger

Roland Berger

Der digitale Wandel wird auch das Berufsbild des Chief Procurement Officers (CPO) nachhaltig verändern – da sind sich die von Roland Berger nun in einer Studie befragten Einkaufsleiter sicher. Noch stehen die Einkäufer jedoch am Anfang der Entwicklung.


Zumindest hat die Digitalisierung laut der "CPO Agenda 2016" von Roland Berger erst für 30 Prozent der befragten Chefeinkäufer schon jetzt eine wesentliche Bedeutung erlangt. Doch auch wenn digitalisierte Prozesse im Arbeitsalltag der CPOs zurzeit noch keine prominente Rolle einnehmen: Des Disruptionspotenzials der Entwicklung sind sich die Einkäufer bereits bewusst. So prognostizieren 71 Prozent der Einkaufsleiter, dass der digitale Wandel in den kommenden drei bis fünf Jahren dramatisch an Bedeutsamkeit zunehmen wird. Als besonders stark bewerten die steigende Wichtigkeit der Digitalisierung die CPOs aus dem Maschinen- und Anlagenbau (90 Prozent) sowie der Automobilindustrie (84 Prozent).

Die Digitalisierung bietet Herausforderungen und Chancen

Allerdings erkennen die Einkaufsleiter nicht nur die Herausforderungen, die die Digitalisierung an sie stellt, sondern auch die durch sie entstehenden Möglichkeiten. So benennen die befragten CPOs eine verstärkte Automatisierung des Beschaffungsprozesses, beispielsweise durch automatisiertes Bestellen (81 Prozent), und den Aufbau von komplett digitalen Informationsströmen über alle Funktionen hinweg (78 Prozent) als vordringlichste Aufgaben. Drei Viertel der Befragten (75 Prozent) ist es jedoch ebenso wichtig, gemeinsam mit ihren Lieferanten die Datenkonnektivität zu verbessern. Zudem ist die Herstellung eines höheren Maßes an Markttransparenz ein zentrales Ziel vieler Einkäufer (72 Prozent).

Die Digitalisierung ist jedoch längst nicht die einzige Aufgabe, der sich CPOs heutzutage stellen müssen. Stattdessen scheinen die Erwartungen an die Einkaufsleiter immer größer zu werden. "Verglichen mit unserer 2014 veröffentlichten Vorgängerstudie ist die Zahl der Themen, die von CPOs als wichtig oder sehr wichtig eingestuft werden, deutlich gestiegen. Obwohl die Trends je nach Industriezweig variieren, haben die Einkaufschefs eines gemeinsam: Sie stehen vor größeren Herausforderungen", kommentierte Oliver Knapp, Partner bei Roland Berger, die Ergebnisse der Studie.

Digitalisierung ist nicht die einzige Aufgabe

So stehen laut der Analyse von Roland Berger neben der Bewältigung der Digitalisierung auch die Realisierung und Messung von Kosteneinsparungen, die Sicherung von Lieferfähigkeit und Qualität, die Steigerung des Produktwerts, das Management von Marktvolatilität und Marktrisiken, die Optimierung des Betriebskapitals, die Sicherung von Innovationen und der Aufbau von Lieferantenpartnerschaften 2.0 auf der Agenda der Chefeinkäufer. Insbesondere die CPOs aus den Branchen Chemie, Automobil und Gesundheitswesen/Medizintechnik/Pharma sehen sich auf dieses komplexe Aufgabenspektrum am besten vorbereitet. Im Vergleich dazu sind die Einkaufschefs der Verbrauchsgüterindustrie am skeptischsten, die Herausforderungen bewältigen zu können.

Zur Studie:
Für die "CPO Agenda 2016" hat Roland Berger im Februar 2016 etwa 200 internationale Einkaufsleiter aus unterschiedlichen Branchen befragt.

tt

Veröffentlicht am: 02.06.2016

 

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