Digitalisierungsanstrengungen der Banken reichen noch nicht aus

Batten & Company veröffentlicht Digital Banking Index 2016

Die Digitalisierung macht auch vor dem Finanzsektor nicht halt. Dennoch lässt ein Großteil der führenden Banken und Bausparkassen Deutschlands und der Schweiz das Potenzial des digitalen Wandels ungenutzt und positioniert sich nicht als Treiber der Transformation.

Mann am Laptop (Bild: Thinkstock)
Banken und Bausparkassen haben bei der Bewältigung der Digitalisierung noch viel Nachholbedarf. (Bild: Thinkstock)

So kam das Beratungsunternehmen Batten & Company in seinem Digital Banking Index 2016, in dem die Digitalmaßnahmen von 20 Finanzinstituten analysiert wurden, zu teilweise ernüchternden Ergebnissen: Beispielsweise hatte bis zum Beginn des vergangenen Geschäftsjahres nur ein Zehntel der untersuchten Häuser das Thema Digitalisierung mit der höchsten Priorität in der eigenen Geschäftsstrategie verankert. Dementsprechend liegen erhebliche Optimierungspotenziale brach: Laut der Analyse werden Digitalisierungsmöglichkeiten insbesondere im Vertrieb, im Service und im Marketing nicht oder nur unzureichend genutzt.

Bisher sind digitale Geschäftsmodelle Mangelware

Ob dieser Umstand bereits im Bewusstsein der Firmen angekommen ist, ist laut den Ergebnissen der Analyse von Batten & Company fraglich. So erkennt das Beratungshaus bei 60 Prozent der Banken und Bausparkassen bislang keine sichtbaren Bemühungen, eine interne Digitalkompetenz oder -kultur aufzubauen. Dies wäre eventuell zu verkraften, sofern sich die Finanzinstitute diese Expertise durch Kooperationen oder Übernahmen zu Eigen machen würden. Doch auch in diesem Sektor halten sich die Unternehmen bisher größtenteils zurück: So ist es 85 Prozent der untersuchten Firmen bislang nicht gelungen, durch M&A-Geschäfte, externe Partnerschaften oder auch Eigenentwicklungen digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln. Auch aus diesem Grund ist die Hälfte der analysierten Banken und Bausparkassen von einem kanalübergreifenden Geschäft noch weit entfernt: Stattdessen weisen die Online- und Offlinekanäle dieser Unternehmen noch eine sehr niedrige Vernetzung untereinander auf. Darüber hinaus verfügen fast zwei Drittel (65 Prozent) der Institute über eine unterdurchschnittliche digitale Markenpräsenz.

Kein Institut erreicht einen positiven Digital Index

Diese Ergebnisse machen sich auch in der Rangliste der 20 analysierten Unternehmen bemerkbar, in der keine der untersuchten Banken und Bausparkassen einen ausreichend hohen Digitalisierungsgrad aufweist, um ihrem individuellen Digitalisierungsgrad, der durch Kunden, direkten und indirekten Wettbewerb sowie Investoren und den Markt entsteht, gerecht zu werden. Am ehesten gelingt dies noch der Deutschen Bank, die mit einem Digital Index von - 0,06 an der Spitze des Rankings liegt. Auf den Plätzen zwei und drei folgen UBS (- 0,29) und die Postbank (- 0,34). Den größten Nachholbedarf im Hinblick auf die Herausforderungen des digitalen Wandels macht Batten & Company hingegen bei der NRW.Bank (- 2,03), der LBS (- 2,02) und der Helaba (- 2,00) aus.

Zur Studie:
Innerhalb der Studie hat Batten & Company den individuellen Digitalisierungsgrad und individuellen Digitalisierungsdruck von 20 führenden Finanzinstituten gegenübergestellt. Das Ergebnis, der "Digital Index", beschreibt auf Basis von 62 Indikatoren, wie es um die Digitalisierung der führenden Banken und Bausparkassen in Deutschland und der Schweiz bestellt ist.

tt

Veröffentlicht am: 11.10.2016

 

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