e-Crime: Risiko für Unternehmen steigt

KPMG Studie

Das Risiko für Unternehmen, Opfer eines e-Crimes zu werden, steigt. Die Sensibilität dafür wächst ebenfalls, die Unternehmen investieren in entsprechende Abwehrmaßnahmen. Das geht aus einer Studie von KPMG hervor.

Nichts geht mehr: Mit Verschlüsselungs-Trojanern legen Betrüger die Rechner eines Unternehmens lahm. (Bild: Thinkstock)
Nichts geht mehr: Mit Verschlüsselungs-Trojanern legen Betrüger die Rechner eines Unternehmens lahm. (Bild: Thinkstock)

Zum vierten Mal befragte das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG Unternehmen zu ihren Erfahrungen mit e-Crimes. In den vergangenen zwei Jahren waren 38 Prozent der Befragten Opfer von e-Crimes. Im Vergleich zur Befragung von 2015 ist die Betroffenheit unverändert hoch, so ein Sprecher von KPMG. Entsprechend steige auch die Sensibilität der Unternehmen in Bezug auf das Thema. 2015 sahen zwar 90 Prozent für die Wirtschaft im Allgemeinen ein hohes oder sehr hohes Risiko, Ziel von Cyberkriminalität zu werden. 39 Prozent sagten aber, das eigene Unternehmen sei davon meist nicht betroffen. In der aktuellen Befragung gab nun nahezu die Hälfte (48 Prozent) der Befragten an, es würde ein Risiko für das eigene Unternehmen bestehen.

Häufige Delikte und finanzielle Schäden

Die häufigste Deliktart, so die Ergebnisse der Studie, sind derzeit noch Angriffe mit Verschlüsselungs-Trojanern bzw. Ransomware-Angriffe, bei denen die Firmen-Rechner gekapert und Lösegelder für die Freischaltung gefordert werden. Von solchen Angriffen mit Computersabotage und Systembeschädigungen berichten 36 Prozent der betroffenen Unternehmen; 2015 waren es lediglich 13 Prozent. 86 Prozent der Befragten sehen außerdem ein großes Risiko solcher Angriffe auf ihr Unternehmen. In den kommenden Jahren werden solche Angriffe jedoch tendenziell abnehmen, so die Prognose von KPMG. Der Grund: Immer mehr Unternehmen stellen sich darauf ein und schützen sich entsprechend, die technischen Hilfsmittel dafür werden ausgefeilter.

Eine weitere Masche, die Betrüger häufiger einsetzen, ist der sogenannte Fake-President. Dabei veranlassen Betrüger im Namen eines ranghöheren Mitarbeiters andere Mitarbeiter mit Budgetzugriff zu Überweisungen auf fremde Konten. 60 Prozent der Befragten kennt diese Betrugsmasche allerdings noch nicht. Ein Viertel der Unternehmen, die Fake-President kennen, wurde bereits Opfer eines solchen Angriffs, ein weiteres Viertel berichtet über einen erfolglosen Angriff.

Datendiebstähle gab jedes fünfte Unternehmen an, hier ist zur Umfrage 2015 eine Steigerung um ein Drittel zu verzeichnen. Die tatsächliche Anzahl der Opfer liegt jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach höher, so KPMG.

Finanzielle Schäden, die den Unternehmen durch e-Crimes entstanden sind, bewegen sich im Rahmen einer sehr großen Spanne: von 1.000 Euro bis zehn Millionen Euro. Bei 50 Prozent der Angriffe entstand eine Schadenssumme zwischen 15.000 und 150.000 Euro. Eins von 20 Unternehmen hatte Schäden von über einer Million, bei Großunternehmen war es fast jedes zehnte Unternehmen

Cyber-Versicherungen werden beliebter

Um sich vor Schäden durch e-Crimes zu schützen, planen immer mehr Unternehmen den Abschluss einer Cyber-Versicherung in ihre Abwehrstrategie ein. Bereits 12 Prozent haben in solche Versicherungen investiert, 55 Prozent kennen diese Möglichkeit, 20 Prozent planen oder prüfen einen Abschluss.

Für die Studie “e-Crime in der deutschen Wirtschaft 2017 – Computerkriminalität im Visier“ hat KPMG 504 Unternehmen in Deutschland zu ihren Erfahrungen mit Computerkriminalität befragt. KPMG führte die Studie zum vierten Mal durch.

Veröffentlicht am: 21.04.2017

 

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