Eisenbahnbranche könnte durch Digitalisierung 20 Prozent sparen

Roland Berger-Analyse zum Eisenbahnsektor

Egal, ob Güter- oder Personenverkehr, staatlich oder privat betrieben: Die Wartung und Instandhaltung der Fahrzeuge und des Schienennetzes gehören zu den größten Kostenfaktoren der Eisenbahnbranche. Doch die Digitalisierung könnte dabei helfen, diese Kosten zu senken.

Zug (Bild: National Express)
Die Eisenbahnbranche könnte ihre Wartungs- und Instandhaltungsprozesse durch digitale Lösungen noch effizienter gestalten. (Bild: National Express)

Schon jetzt sehen sich die europäischen Eisenbahnunternehmen in diesem Bereich auf dem richtigen Weg. So stufte sich im Rahmen einer Befragung von Roland Berger fast die Hälfte der Betriebe (44 Prozent) im Hinblick auf Wartung und Instandhaltung als "gut aufgestellt" ein. Jedes zehnte Unternehmen (9 Prozent) gab sich die Spitzenbewertung "best-in-class". Im Hinblick auf die Verfügbarkeit der Fahrzeuge sah sich sogar jeder fünfte Eisenbahnbetreiber (20 Prozent) als Teil dieser Spitzengruppe.

Aus Sicht von Roland Berger ist dieses gute Ergebnis in der Bewertung der eigenen Arbeit aber kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. "Mit zukünftig autonom fahrenden Pkw und Lkw sowie einer stärkeren Vernetzung von Verkehrsmitteln sind die nächsten Herausforderungen für die Bahnbranche bereits absehbar. Deshalb sollten die Betreiber ihre Produkte und Services verbessern und gleichzeitig ihre Betriebskosten senken, unter anderem für Wartung und Instandhaltung", erklärte Roland-Berger-Partner Andreas Schwilling. Diese Ansicht teilen auch die befragten Bahnmanager: Drei Viertel (74 Prozent) bewerten die operative Effizienz inklusive der Verbesserung von Flexibilität und Qualität als ihre oberste Priorität. Knapp die Hälfte (46 Prozent) siedelt zudem das Thema Digitalisierung weit oben auf der Agenda an.

Digitalisierung bietet Eisenbahnbetreibern Einsparpotenzial

Insbesondere die Möglichkeiten der digitalen Transformation bieten der Eisenbahnbranche noch erhebliches Potenzial. „Damit können Bahnbetreiber allein bei der Instandhaltung rund 20 Prozent der Kosten sparen. Denn damit lassen sich längere, flexiblere Intervalle und kürzere Ausfallzeiten erzielen. Entscheidend ist allerdings, dass die Digitalisierung richtig verstanden und umgesetzt wird", erläutert Schwilling. Vorreiter sind aus seiner Sicht die klassischen Bahnen, die die Instandhaltungsplanung sowie das Management des rollenden Materials häufig bereits durch digitale Lösungen optimiert haben. Durch die dadurch steigende Verfügbarkeit und Produktivität hätten sich die Kosten für derartige Projekte schnell amortisiert. Nachholbedarf sieht Schwilling jedoch noch bei der Auswertung der Daten.

Externe Experten zur Datenanalyse hinzuziehen, ist daher eine der Handlungsempfehlungen, die Roland Berger für den Eisenbahnsektor auf Lager hat. Zudem könnten Eisenbahnbetreiber durch eine stärkere Zusammenarbeit untereinander bei Wartung und Instandhaltung nicht nur ihre Effektivität steigern, sondern auch den zur Verfügung stehenden Datenpool vergrößern. Wo dann noch Daten fehlen sollten, kann durch zusätzliche Investitionen in Sensoren nachgeholfen werden. Zudem sollten Unternehmen ihre digitalen Bemühungen auf die gesamte Wertschöpfungskette ausdehnen, um den Prozess ganzheitlich optimieren zu können.

tt

Veröffentlicht am: 27.06.2016

 

Über CONSULTING.de

consulting.de ist das zentrale Informationsportal für Unternehmensberatungen. Unser breites Informationsangebot rund um Consulting richtet sich sowohl an Management- und Strategieberatungen, Personalberatungen, Controlling- und Finanzberatungen, Wirtschaftsprüfungen, Marketing- und Kommunikationsberatung und IT-Beratungen als auch deren Kunden aus Industrie, Handel sowie Dienstleistung.

facebook twitter xing linkedin linkedin