Energiewende-Index: Rückläufige Entwicklung und schlechte Zielerreichung

McKinsey & Company

Zum ersten Mal seit Beginn der halbjährlichen Erhebung des Energiewende-Index von McKinsey & Company vor vier Jahren weist die Mehrzahl der Indikatoren nach unten. Doch es gibt auch eine gute Nachricht.


Gleich zehn der 15 Kennzahlen, mit denen McKinsey den Status der Energiewende in Deutschland abbildet, haben sich seit der letzten Veröffentlichung im September 2015 verschlechtert. Das gilt besonders für die Kosten- und Emissionsentwicklung. Sieben Indikatoren, darunter jetzt auch der Stromverbrauch, gelten in ihrer Zielerreichung inzwischen als unrealistisch, beim Ausbau der Transportnetze besteht nach wie vor Anpassungsbedarf.

Eines der größten Problemfelder der Energiewende ist die Kostenentwicklung, so die Studienautoren. Die EEG-Umlage – 2015 erstmalig leicht auf 6,17 ct/kWh gesenkt – ist dieses Jahr auf ein Rekordhoch von 6,35 ct/kWh gestiegen. Gleichzeitig haben sich die Kosten für Netzeingriffe erhöht. Immer häufiger müssen Kraftwerke hoch- und wieder heruntergefahren werden, um die regionale Netzstabilität zu gewährleisten, so McKinsey. 2014 waren dafür 187 Mio. EUR Kosten für die vom Übertragungsnetzbetreiber veranlassten kurzfristigen Änderungen von Kraftwerkseinsätzen (Redispatch) und präventiv gegenläufige Handelsgeschäfte (Countertrading) angefallen. Diese Ausgaben stiegen im ersten Halbjahr 2015 bereits auf rund 250 Mio. EUR. Bis 2020 könnten allein diese beiden Kostenblöcke die Milliardengrenze überschreiten, so die Einschätzung der Studienautoren.

Auch die CO2e-Emissionen, weiterer Schlüsselindikator im Energiewende-Index, verschlechtern sich der Analyse zufolge: Mit zuletzt 925 Mt ist der CO2e-Ausstoß von seiner 2020-Zielmarke (750 Mt) weit entfernt. Gleichzeitig stieg der Stromverbrauch, so dass die Zielerreichung von "realistisch" auf "unrealistisch" sank.

Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Die Anbindung der Offshore-Windparks konnte das für 2020 gesetzte Ziel bereits aktuell vollständig erreichen.

Zur Studie:
Der Energiewende-Index von McKinsey bietet alle sechs Monate einen Überblick über den Status der Energiewende in Deutschland. Dabei wird die Entwicklung von 15 Kennzahlen im Verlauf betrachtet.

mr

Veröffentlicht am: 10.03.2016

 

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