Ertragssteigerung in der Wohngebäudeversicherung verlangt langen Atem

67rockwell Consulting

Die branchenweite Sanierung der Wohngebäudesparte ist in vollem Gange – und zeigt laut einer Studie von 67rockwell Consulting bereits erste Erfolge. Allerdings stehen die Versicherer auch weiterhin vor großen Herausforderungen, um ihre Erträge zu steigern.


Die Profitabilisierung der verbundenen Wohngebäudeversicherung (VGV) ist ein Problem, das die gesamte Branche betrifft – und das mittlerweile alle Unternehmen als solches erkannt haben. So gehen im Gegensatz zu einer ersten Untersuchung im Jahr 2014 nun alle Teilnehmer einer Studie von 67rockwell Consulting die Sanierung der Problemsparte aktiv an. Abgeschlossen sind die Bemühungen bei einem Großteil der Versicherer allerdings noch nicht: Lediglich 17 Prozent der befragten Unternehmen sehen ihre Vorhaben bereits als beendet an.

Sanierungsanstrengungen lohnen sich

Somit befinden sich noch mehr als vier von fünf Versicherungen (83 Prozent) mitten in den Maßnahmen. Erwartet wird daher, dass die Projekte in den meisten Fällen mindestens noch zwei weitere Jahre andauern werden, ehe anschließend in den Folgejahren die Umsetzung erfolgen muss. Obwohl die Unternehmen bei ihren Sanierungsvorhaben demnach einen langen Atem beweisen müssen, zeigt sich laut der 67rockwell-Analyse schon jetzt, dass sich die Anstrengungen lohnen. So konnten zum einen die Durchschnittsbeiträge der letzten Jahre durch die eingeleiteten Maßnahmen bereits signifikant gesteigert werden. Zum anderen wurden die Schadenquoten für 2014 und 2015 im Vergleich zum langjährigen Schnitt gesenkt. Zurücklehnen sollte sich die Branche angesichts dieser positiven Tendenzen jedoch nicht. Schließlich sind die strukturellen Probleme der Sparte in der Breite noch nicht gelöst: 70 Prozent der befragten Unternehmen hatten auch 2015 noch mit versicherungstechnischen Verlusten in der VGV-Sparte zu kämpfen.

Zumindest wurden in den letzten Jahren bereits potentielle Lösungen für viele strukturelle Schwierigkeiten entwickelt. So setzen inzwischen beispielsweise 90 Prozent der befragten Versicherungen auf differenzierte, aktuarielle Tarifmodelle, um auf die Naturschadenproblematik innerhalb der Tarifkalkulation, die 2014 noch als eines der drängendsten Probleme identifiziert worden war, zu reagieren. Bei der Sanierung bereits bestehender Verträge steht für die meisten Versicherer hingegen die Bestandssicherung im Mittelpunkt. In mehr als der Hälfte der Fälle werden dabei Kundenwertmodelle für eine angemessene und dennoch mittelfristig erfolgreiche Ertragssteigerung eingesetzt. Ein weiteres Hauptaugenmerk legen die Unternehmen zudem auf die Professionalisierung der Schadensteuerung: So wird die Übernahme der Schadensteuerung für den Kunden von über 80 Prozent der Befragten als wichtiger Hebel hervorgehoben, um den Schadenaufwand zu senken. Auch der Einsatz eigener Schadenregulierer kommt für 70 Prozent der Versicherer in Frage.

Geringerer Preis- und Verdrängungswettbewerb im Markt

Auch im Hinblick auf die Beurteilung der Wettbewerbssituation sind sich die Unternehmen weitestgehend einig. "Beachtenswert ist, dass über 80% der Befragten den Markt nunmehr als 'hart' charakterisieren. Die Versicherer gehen aktuell von einem geringeren Preis- und somit Verdrängungswettbewerb im deutschen Privatkundenmarkt aus. Wir erwarten daher weitere Beitragsanpassungen in der Wohngebäudeversicherung. Die Zeit, in der Versicherer die VGV-Sparte mit offensiver Preisgestaltung als Schlüssel zur Gewinnung neuer und ausbaubarer Kundenbeziehungen nutzten, scheint der Vergangenheit anzugehören", stellt Dr. Ralph Elfgen von 67rockwell Consulting fest.

Zur Studie:
Für die Studie hat 67rockwell Consulting bis März 2016 40 der wichtigsten VGV-Versicherer befragt. Teilgenommen haben insgesamt 23 Branchenvertreter, davon 75 Prozent der Top 20. Befragt wurden die Unternehmen zum Stand und Fortschritt ihrer Profitabilisierungsprogramme, zur Bedeutung einzelner Maßnahmenschwerpunkte, zu den Herausforderungen im Bereich des Bestandsmanagements und der verbleibenden Dauer der Projekte zur VGV-Ertragssteigerung.

tt

Veröffentlicht am: 01.06.2016

 

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